Während Ihre Tochter hoch konzentriert durch den Hindernisparcours galoppiert, schauen Sie ebenso fokussiert durch den Sucher Ihrer Kamera – und drücken im richtigen Augenblick auf den Auslöser. Doch das Bild verwackelt. Nicht schlimm. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Kamera richtig einstellen, damit Sie ein gutes Foto von Objekten in Bewegung knipsen, noch bevor Reiter und Ross wieder vom Platz traben.

Das macht ein gutes Sportfoto aus – Tipps

Ein gutes Sportfoto schafft vor allem eins: Die Besonderheit der einzelnen Sportart einzufangen. Ebenso wichtig wie die richtigen Kameraeinstellungen ist es daher, ein Gefühl für den Sport zu entwickeln. Folgende Punkte sind wichtig zu bedenken:

  • Wann bietet sich die beste Gelegenheit für ein Foto?
  • Wer bewegt sich von wo nach wo?
  • Worauf kommt es an? (Details)
  • Welche Emotionen spielen eine Rolle?

Sie brauchen dafür nicht selbst ins Becken, den Ring oder auf das Pferd zu steigen. Aber seien Sie am besten zunächst Zuschauer, bevor Sie mit dem Fotografieren anfangen und achten sie auf die Bewegungsabläufe des Objektes, welches sie in Bewegung fotografieren wollen. So finden Sie anschließend schneller zur richtigen Position, Perspektive und zum richtigen Timing.

Motocross-Fahrer wirbelt Erde auf
Das macht Sportfotos aus: Die aufgewirbelte Erde ist ein Markenzeichen des Motocross und muss einfach mit aufs Bild. Brennweite 40 mm, Blende f/4.0 Belichtungszeit 1/1250 s ISO-Wert 200. (© 2017 Garry Sanchez/Pexels)

Die richtigen Kameraeinstellungen für Sportfotografie

Nun zur Kameraeinstellung. Hier haben Sie ganz grundsätzlich die Wahl: Möchten Sie alle Einstellungen Ihrer Kamera überlassen, dann wählen Sie auf dem Modusrad den Sportmodus. Erkennbar ist dieser am kleinen Piktogramm eines Sprinters. Oder möchten Sie alle Einstellungen selbst übernehmen? Dann gehen Sie in den manuellen Modus M. Nun können Sie Blende, Belichtungszeit und Co. selbst einstellen. Und zwar so:

  • Gehen Sie zunächst ins Kameramenü und wählen Sie das JPG-Format. Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen zwar, die Bilder im RAW-Format aufzunehmen, da die Kamera dann mehr Bildinformationen speichert, was Ihnen bei der späteren Bearbeitung der Fotos hilft. Bei der Sportfotografie geht es aber um Schnelligkeit. Speichern Sie im JPG-Format, sammelt die Kamera etwas weniger Informationen, ist dabei aber viel schneller und somit auch rascher wieder bereit, um das nächste Bild zu machen.
  • Stellen Sie nun den ISO-Wert ein. Dieser beeinflusst die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Die Einstellung lässt sich in der Regel über einen kleinen Kopf am Kameragehäuse, auf dem ISO steht, vornehmen. Alternativ können Sie den ISO-Wert aber auch im Menü ändern. Ist der ISO-Wert sehr niedrig, etwa bei 100 oder 200, ist die Lichtempfindlichkeit gering und der Sensor braucht mehr Licht für ein gutes Foto. Der ISO-Wert sollte weder zu niedrig noch zu hoch gestellt werden. Stellen Sie ihn zu hoch ein, kann das zu Bildrauschen auf den Fotos führen. Ist er hingegen zu niedrig, verlängert das die Belichtungszeit und Bilder können verwackeln. Für die richtige Einstellung können Sie sich am Kasten orientieren.

ISO-Wert-Einstellungen bei Sportfotos

  • 100, 200 Sehr gute Lichtverhältnisse: tagsüber,
    Sonnenschein, draußen
  • 400 Gute Lichtverhältnisse: grauer Himmel,
    drinnen, kein direktes Sonnenlicht, abends
  • 800 + Schlechte Lichtverhältnisse: Nachts, dunkle
    Innenräume

  • Nun können Sie die Blende einstellen. Die Einstellung nehmen Sie ebenfalls im Menü der Kamera oder über den entsprechenden Knopf am Gehäuse vor. Öffnen Sie die Blende so weit wie möglich. Hier gilt: Je kleiner die Zahl, desto weiter ist sie geöffnet und desto mehr Licht lässt das Objektiv herein. So kann die Belichtungszeit auch bei schwachem Licht kurz sein. Weiterer Vorteil der sogenannten Offenblende: Das fokussierte Motiv wird freigestellt. In der Fotografie wird damit der Effekt beschrieben, bei dem das Motiv scharf und der Hintergrund unscharf ist. Ersteres ist dadurch gut zu erkennen, Letzteres lenkt den Blick nicht ab. Der Effekt ist auf diesem Bild gut zu erkennen:
Ein Football-Spieler läuft mit dem Ball
Die Blende ist auf f/4.2 geöffnet, dadurch wird nur der Football-Spieler scharf abgebildet. Brennweite 300 mm, ISO-Wert 200, Belichtungszeit 1/2500 s. Wichtig hierbei im richtigen Moment den Auslöser zu drücken. (© 2017 Pexels)
  • Stellen Sie außerdem den Serienmodus ein. Das erhöht die Chance eines gelungenen Sportfotos. Am Kameragehäuse gibt es dafür in der Regel einen Knopf, auf dem das Symbol mehrerer, hintereinander liegender Blätter abgebildet ist. Sie können aber auch im Menü auswählen, dass Ihre Kamera gleich mehrere Fotos hintereinander macht – genauer gesagt so lange, wie Sie den Finger auf dem Auslöser lassen. So können Sie später zwischen mehreren Bildern aus einer Sequenz das beste aussuchen

Die ideale Sport-Kamera

Grundsätzlich können Sie mit jeder Kamera Sport-Aufnahmen machen. Optimal sind die folgenden Voraussetzungen:

  • Robustes Gehäuse mit Staub- und Spritzwasserschutz
  • Schneller Autofokus (sollte beim antippen des Auslösers sofort scharf stellen)
  • Hohe Serienbildanzahl (ab 10 fps) und großer Speicherpuffer (Der Puffer ermöglicht es Serienbilder aufzunehmen. Ist er voll, braucht die Kamera erst einen kurzen Moment um die Daten auf die Speicherkarte zu schreiben und ist dann erst wieder einsatzbereit. Der Puffer sollte mindestens 21 Bilder zwischenspeichern.)
  • Gute ISO-Performance (keine sichtbare Grobkörnigkeit bei ISO 1600)
  • Bildstabilisator
  • Lichtstarkes Zoom-Objektiv (Blende von f/4.0 oder niedriger)

  • Setzen Sie den Fokus auf Multifokus. Die Kamera sucht sich dann das scharf zu stellende Motiv selbst aus. Stellt die Kamera nicht das scharf, was Sie möchten, können Sie auch manuell nachhelfen: Am Gehäuse Ihrer Kamera finden Sie einen Knopf, auf dem 4 kleine Kästchen wie ein Kreuz abgebildet sind. Klicken Sie diesen können Sie den Multifokus ausschalten. Auf dem Display sehen Sie nun mehrere Kästchen, die sich über die Pfeiltasten am Kameragehäuse einzeln ansteuern lassen. Im Bereich des ausgewählten Kästchens wird die Kamera den Fokus setzen. Durch erneutes Drücken des Knopfes schalten Sie zurück in den Mulitfokus.
  • Benutzen Sie nur im Notfall einen Blitz. Dieser könnte den Sportler stören und würde außerdem nur einen Teil des Bildes ausleuchten und es unnatürlich wirken lassen.
  • Zum Schluss stellen Sie die Belichtungszeit ein. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor: Schauen Sie durch den Sucher Ihrer Kamera, beziehungsweise auf den kleinen Monitor und fokussieren Sie grob das anvisierte Motiv. Am unteren Bildrand ist eine Skala, welche anzeigt, ob das Bild optimal belichtet wird. Dazu sollte sich der kleine Strich auf der 0 befinden. Ist er zu weit rechts, gelangt zu viel Licht auf das Foto. Verkürzen Sie dann die Belichtungszeit. Das geht am schnellsten über das entsprechende Rad an Ihrem Kamera-Gehäuse. Drehen Sie dieses, sehen Sie bereits, dass sich der kleine Strich auf der Skala bewegt. Ist der Strich hingegen zu weit links auf dem Balken, wäre das Bild unterbelichtet und zu dunkel. Um dies zu ändern, müssen Sie die Belichtungszeit verlängern. Allerdings darf diese gerade bei der Sportfotografie auch nicht zu lang sein, da sonst das Bild verwackelt. Nutzen sie maximal den Umkehrwert Ihrer Brennweite. Wenn Ihr Objektiv eine Brennweite von 50 Millimetern hat, darf die Belichtungszeit nicht länger als 1/50 Sekunde sein. Fotografieren Sie mit einem Zoom-Objektiv von 200 Millimetern, verkürzt sich die maximale Belichtungszeit sogar auf 1/200 Sekunde.

Bewegungen fotografieren und spezielle Effekte erzielen

Sport ist in der Regel Bewegung. Um diese abzubilden, ohne ein verwackeltes oder verwischtes Bild zu haben, wird meist nur ein Bruchteil der Bewegung tatsächlich auf dem Foto festgehalten. In der Fotografie wird dann auch vom Einfrieren einer Bewegung gesprochen. Etwa wie in diesem Bild:

Ein Skater springt mit seinem Board
Eine kurze Belichtungszeit führt dazu, dass die Bewegung eingefroren wird. Die Kameraeinstellungen dafür sind etwa Brennweite von 85 mm, Blende f/4.5, ISO-Wert 100 und Belichtungszeit 1/640 s. (© 2017 lzf/Thinkstock)

Manchmal kann aber auch ein ganz anderer Stil gewünscht sein. Dann wird mit einer längeren Belichtung und teilweise sogar dem sogenannten Mitziehen der Kamera gespielt. Letzteres ist eine Wissenschaft für sich. Je nachdem, welche Art von Bild gewünscht ist, bewegt der Fotograf während der Belichtung die Kamera und zieht so mit der Bewegung des Motivs mit. Um diese Technik auszuprobieren, stellen Sie die Belichtungszeit auf 1 bis 2 Sekunden und bewegen die Kamera mit dem Objekt mit, nachdem Sie den Auslöser gedrückt haben. Schauen Sie aber vorher noch auf den Balken, der die Über- oder Unterbelichtung anzeigt. Denn bei einer Belichtungszeit von 2 Sekunden können die Bilder auch schnell überbelichtet sein. Um das zu verhindern, können Sie die Blende weiter schließen, dann verlängert sich auch die mögliche Belichtungszeit. Im Ergebnis ist dann ein solches Bild möglich:

Radrennen in Schwarz/Weiß
Eine längere Belichtung bringt etwas Unschärfe ins Bild, vermittelt aber auch das Gefühl der Bewegung sehr schön. Brennweite 50 mm, Blende f/11.0, ISO-Wert 100, Belichtungszeit 1/30s. (© 2017 Pexels)

Fazit: Jubeln nicht vergessen

Muss alles schnell gehen, hilft es, den Sportmodus einzustellen und es der Kamera zu überlassen, die richtige Einstellung zu finden. Sie werden jedoch sehen, dass Sie noch schönere Fotos schießen können, wenn Sie Blende, Belichtungszeit und ISO-Werte selbst einstellen. Probieren Sie einfach mit den Einstellungen herum, und knipsen Sie so viel wie möglich. Und noch ein kleiner Tipp: Schauen Sie sich die Bilder erst daheim auf dem Computer an. Checken Sie die Aufnahmen nur kurz auf dem Kameradisplay um sicherzugehen, dass Sie die richtigen Einstellungen gewählt und nicht etwa über- oder unterbelichtet haben. Verbringen Sie ansonsten aber nicht zu viel Zeit mit der Voransicht – sonst verpassen Sie noch das Beste vom Turnier.

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