Wieso haben die Gläser und das Besteck so unschöne weiße Schlieren, wenn Sie aus der Spülmaschine kommen? Und irgendwie müffelt das Gerät … Wenn die Reinigungsfähigkeit der Maschine nachlässt und sie zu riechen beginnt, haben Sie wahrscheinlich ein Problem mit Kalkablagerungen. Diese können übrigens auch die Stromkosten für den Maschinenbetrieb in die Höhe treiben, wenn auch die Heizelemente betroffen sind. Regelmäßiges Entkalken ist also in mehrfacher Hinsicht sinnvoll. Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten es gibt.

So bereiten Sie die Spülmaschine zum Entkalken vor

Jede moderne Geschirrspülmaschine hat eine eingebaute Entkalkungsanlage. Doch das ist aber leider keine Garantie gegen Kalbablagerungen. Vergessenes Nachfüllen von Regenerierungssalz für den Entkalker, eine falsche Einstellung der Entkalkung oder schlichtweg so hartes Wasser, dass es die eingebaute Entkalkungstechnik überfordert: Das sind alles Gründe, die zusätzliche Maßnahmen zur Kalkbekämpfung nötig machen können.

Für bestmögliche Ergebnisse und insgesamt gute Sauberkeit ist es sinnvoll, die (ausgeräumte) Maschine etwas vorzureinigen:

  • Entnehmen Sie die Sprüharme. Sie sind meistens nur aufgesteckt oder mit einem Drehverschluss arretiert. Reinigen Sie diese mit einem Geschirrspülmittel. Alternativ können Sie ein warmes Essig-Wasser-Gemisch verwenden.
  • Entfernen Sie Speisereste aus den Sprühöffnungen – diese behindern die volle Funktionsfähigkeit der Arme. Dann setzen Sie die gereinigten Teile wieder ein.
  • Kontrollieren Sie das Sieb unten in der Maschinenwanne auf Verschmutzungen und reinigen es nötigenfalls.
  • Prüfen Sie das Geräteinnere auf gröbere Ablagerungen. Diese finden sich oft im Bereich rund um die Tür sowie bei Ecken, Kanten und anderen Zonen, in denen Feuchtigkeit länger stehen bleibt. Entfernen Sie die Ablagerungen mit einem Schwamm/Schwammtuch und einem kalklösenden Reinigungsmittel. Auf diese Weise können Sie auch die Gummidichtungen der Tür vorbehandeln.
Reinigung einer Spülmaschine mit Schwamm und Reinigungsmittel
Vor dem Entkalken ist eine Vorreinigung der Spülmaschine sinnvoll. (© 2017 Andrey Popov / Fotolia)

Wichtig: Verwenden Sie bei der Vorreinigung nie kratzende Mittel oder Werkzeuge wie Metallschwämme oder Putzmittel mit Schleifpartikeln. Sie zerkratzen das Edelstahlblech und können weiches Material wie Gummi beschädigen. Weitere Tipps zur Reinigung von Spülmaschinen finden Sie im UPDATED-Ratgeber “Spülmaschine reinigen: Pflege für den Geschirrspüler”.

Entkalken mit Industrieprodukten

Im Handel sind diverse industriell hergestellte Entkalkungsmittel verfügbar. Es gibt sie als Pulver, Flüssigkeit oder Tabs. So wenden Sie einen industriellen Entkalker an:

  1. Lesen Sie genau die auf der Verpackung angegebene Anwendungsanleitung und geben Sie das Produkt entsprechend in die Spülmaschine.
  2. Achten Sie darauf, dass kein Vorwaschprogramm aktiv ist – es spült das Reinigungsmittel weg, bevor es wirken könnte.
  3. Starten Sie ein Waschprogramm, das mindestens mit einer Temperatur von 60 °C arbeitet und lassen es komplett durchlaufen.
  4. Kontrollieren Sie das Reinigungsergebnis. Eventuell noch vorhandene Kalkreste lassen sich analog zur Vorreinigung nachbehandeln.
Reinigungs-Tabs für Geschirrspüler reichen meistens nicht zum Entkalken
Kombinierte Geschirrspülmittel wie Tabs sollen auch Entkalkungsfunktionen bieten. “Echte” Entkalkungsprodukte sind aber leistungsfähiger. (© 2017 Bluedesign / Fotolia)

Entkalken mit Hausmitteln: Diese Verfahren funktionieren

Wenn Sie kein Industrieprodukt kaufen oder einfach auf Chemie beim Entkalken verzichten wollen, helfen auch Hausmittel wie Essig/Essigessenz, Zitronensäure und Natron.

Reinigen mit Essig

Verwendbar ist weißer beziehungsweise klarer Essig, bei dem keine Gefahr von Materialverfärbungen besteht. Da die Wirkung allein auf dem Säureanteil beruht, können Sie ohne Bedenken zu einem günstigen Essig greifen.

  1. Schalten Sie die Spülmaschine ein und starten Sie ein Waschprogramm mit mindestens 60 °C (ohne Vorwäsche).
  2. Warten Sie ein paar Minuten, bis das Gerät das Wasser auf Temperatur gebracht hat. Bereiten Sie in dieser Zeit eine Tasse mit Essig vor.
  3. Öffnen Sie kurz die aufgeheizte Maschine, geben Sie den Tasseninhalt hinein und schließen sie wieder.
  4. Schalten Sie die Maschine ganz aus und lassen den Essig einwirken. Die Zeit sollte mindestens eine Stunde betragen, längeres Einwirken ist unproblematisch.
  5. Schalten Sie dann die Maschine wieder ein, starten Sie das Programm erneut und lassen es bis zum Ende durchlaufen.

Hinweis: Wenn Sie statt Essig konzentrierte Essigessenz verwenden, genügt es, wenn Sie ca. 10 Esslöffel voll davon in die Spülmaschine geben. Da die Flüssigkeit stark riecht, kann nach der Entkalkung ein weiterer (leerer) Spülgang sinnvoll sein, um den Essiggeruch wegzuspülen.

Das Entkalkungsmittel Essigsäure bringt gute Ergebnisse gegen Kalkablagerungen
Weißer Essig ist ein gutes Hausmittel zum Entkalken. (© 2017 Illustrez-vous / Fotolia)

Reinigen mit Zitronensäure

Wenn Sie Zitronensäure zum Entkalken verwenden wollen, gibt es einen wichtigen Unterschied zu Essig: Arbeiten Sie mit einer niedrigeren Wassertemperatur! Der Grund: Zitronensäure verbindet sich mit Kalk zu einem sogenannten Kalziumkomplex, aus dem sich in Verbindung mit hohen Temperaturen Calciumcitrat bildet. Dieser weiße Stoff verursacht Ablagerungen, die Kalk an Härte übertreffen und entsprechend schwer zu entfernen sind. Sie würden also im Zweifel Kalkablagerungen durch hartnäckigere Calciumcitrat-Ablagerungen ersetzen.

So können Sie Verkalkungen vorbeugen

Eine wichtige Maßnahme gegen Verkalkung ist die richtige Einstellung des Entkalkungssystems der Spülmaschine. In jeder Region hat das Wasser eine unterschiedliche Härte, die oft nicht zur Standardeinstellung des Gerätes passt. Erkundigen Sie sich daher bei Ihren Stadtwerken über die örtliche Wasserhärte und vergleichen den Wert mit der Einstellung an der Maschine.

Die dafür notwendigen Informationen und Einstellungsanleitungen finden Sie in der Bedienungsanleitung. Suchen Sie dort nach einem Abschnitt, der “Wasserhärte einstellen”, “Härteeinstellung Ionentauscher” oder ähnlich lautet. Achten Sie nach dem Einstellen darauf, dass stets vorschriftsmäßig Regenerierungssalz eingefüllt ist, damit das Entkalkungssystem funktioniert.

Hinweis: Wenn Sie ausschließlich mit Reinigungstabs arbeiten und auf Salz verzichten, wird das Wasser unter Umständen nicht ausreichend entkalkt. Zur weiteren Vorbeugung können Sie je nach Wasserhärte 1-2 Mal im Jahr mit den genannten Verfahren zusätzlich entkalken.

Gehen Sie so zur korrekten Anwendung von Zitronensäure so vor:

  1. Mischen Sie in einem geeigneten Behälter ungefähr 2 Liter kaltes Wasser mit 10 Esslöffeln Zitronensäure.
  2. Schalten Sie die Spülmaschine ein und wählen Sie für die Kalt-Entkalkung ein Programm mit möglichst geringer Temperatur.
  3. Warten Sie einen Moment, bis Wasser in der Maschine ist, schalten Sie sie dann aus und öffnen Sie die Maschine, um die Wasser-Zitronensäure-Mischung einzugießen.
  4. Anschließend schließen Sie die Maschine wieder und lassen die Mischung mindestens eine Stunde wirken. Danach schalten Sie das Gerät wieder ein, starten das Programm erneut und lassen es durchlaufen.

Variante: Kombination mit Natron

Sowohl das Entkalken mit Essig als auch mit Zitronensäure können Sie noch effektiver machen, wenn Sie zusätzlich Natron oder Backpulver benutzen. Das Mittel unterstützt die kalklösende Wirkung der Säuren.

  1. Streuen Sie dafür zunächst Natron/Backpulver auf den Maschinenboden (ungefähr 4 Esslöffel).
  2. Schließen Sie dann die Tür, schalten Sie die Maschine ein und folgen den beschriebenen Verfahren für die Reinigung mit Essig beziehungsweise Zitronensäure.

Hausmittel können Spülmaschinen gründlich entkalken

Trotz Entkalkungstechnik im Geschirrspüler kann es erforderlich sein, zusätzliche Entkalkungsmaßnahmen zu treffen. Sie können dafür industrielle Produkte benutzen – aber wie Sie gesehen haben, ermöglichen auch Hausmittel ein gründliches Entfernen von Kalkbelägen. Essig, Essigessenz oder Zitronensäure haben sich bewährt, die Zugabe von Natron kann die Wirkung noch verbessern.

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