Der letzte Teller verschwindet in der Spülmaschine - in der Küche herrscht zunächst wieder Ordnung. Doch statt sich mit dem vertrauten Gluckern an den Abwasch zu machen, schweigt der Geschirrspüler und lässt nur eine Fehlermeldung aufleuchten. Aber kein Grund zur Beunruhigung: Wir zeigen Ihnen, welche Ursachen dahinterstecken können und wie Sie diese jeweils beheben.

Ursache 1: Geschlossener oder verkalkter Wasserhahn

Bevor Sie den ganzen Geschirrspüler aus seiner Nische bewegen, prüfen Sie am besten als Erstes, ob der Wasserhahn, an dem der Zulaufschlauch der Spülmaschine angeschlossen ist, versehentlich zugedreht wurde. Ist das der Fall, drehen Sie ihn einfach wieder auf.

Wenn der Wasserhahn hingegen aufgedreht ist, kann die Ursache für das Problem im sogenannten Rückflussverhinderer liegen, der sich im Hahn befindet. Ist dieser verkalkt, lässt er zu wenig Wasser durch und sorgt damit dafür, dass die Spülmaschine streikt. Ob dies der Fall ist, finden Sie leicht heraus:

  1. Nehmen Sie einen Eimer und stellen Sie ihn unter den Wasserhahn. Drehen Sie den Wasserhahn zu.
  2. Entfernen Sie den Zulaufschlauch des Geschirrspülers und halten Sie eine Uhr mit Sekundenzeiger oder die Stoppuhr Ihres Smartphones bereit.
  3. Öffnen Sie den Wasserhahn komplett.
  4. Innerhalb von 8 Sekunden müssen nun mindestens 2,5 Liter Wasser in den Eimer geflossen sein. Falls Sie deutlich weniger Wasser messen, ist Ihr Wasserhahn verkalkt.

Den verkalkten Wasserhahn können sie entweder selbst entkalken oder durch am ein neues Modell austauschen – im Baumarkt sind diese bereits für etwa zehn Euro erhältlich. Für das Ab- beziehungsweise Anmontieren des Hahnes benötigen Sie entweder zwei Zangen oder eine Zange und einen Sechskantschlüssel, um die Mutter am Gewinde loszudrehen. Bevor Sie loslegen, stellen Sie den Hauptwasserhahn ab. Drehen Sie dann die Mutter am Wasserhahn entgegen des Uhrzeigersinns auf, entkalken ihn oder tauschen ihn aus und drehen die Mutter dann wieder im Uhrzeigersinn zu.

Spülmaschine spült Besteck
Ist die Blockade verschwunden, sprudelt das Wasser wieder in die Spülmaschine. (© 2016 Jaroslav74/Thinkstock)

Ursache 2: Geknickte oder eingeklemmte Schläuche

Liegt der Fehler nicht am Wasserhahn, kommen als Nächstes der Zulauf- und der Ablaufschlauch infrage. Möglicherweise ist einer von ihnen geknickt oder eingeklemmt und lässt dadurch nicht ausreichend Wasser durch. Die meisten Spülmaschinen sind so programmiert, dass sie nur dann Wasser ziehen, wenn der Ablaufschlauch funktionstüchtig ist. Überprüfen Sie daher immer beide Schläuche. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Drehen Sie den Wasserhahn auf, an dem die Maschine angeschlossen ist, und schalten Sie den Geschirrspüler an.
  2. Öffnen Sie den Schrank unter der Spüle. In der Regel ist die Spülmaschine hier angeschlossen, beide Schläuche sind also hierüber erreichbar.
  3. Ziehen Sie sanft an jedem der Schläuche, um zu überprüfen, ob diese frei liegen und nicht durch einen Gegenstand blockiert werden.
  4. Stellen Sie auch sicher, dass es keinen Knick in einem der Schläuche gibt.
  5. Konnten Sie den Knick oder die Blockade entfernen, hören Sie bereits, wie das Wasser wieder durch den Zulaufschlauch läuft.
  6. Läuft trotzdem noch kein Wasser, befindet sich der Knick vielleicht an dem Stück des Schlauches, den Sie nicht sehen können. Ziehen Sie dann den Geschirrspüler vorsichtig aus seiner Nische. Dafür reichen in der Regel 10 bis 20 Zentimeter. In einer Einbauküche entfernen Sie dazu zunächst die Sockelleiste. Sockelleisten mit Montageclips können Sie ganz einfach ausklipsen, angeschraubte Leisten lösen Sie mit dem Akkuschrauber.
  7. Überprüfen Sie erneut alles auf einen Knick oder eine Blockade. Konnten Sie eine solche Störung feststellen und entfernen, kann das Wasser anschließend wieder einlaufen.
  8. Schieben Sie die Spülmaschine nun wieder vorsichtig zurück in die Nische. Ziehen Sie dabei immer wieder vorsichtig an beiden Schläuchen, damit diese nicht wieder geknickt werden.

Spülmaschine reinigen: Diese Bauteile brauchen regelmäßige Pflege

  • Siebe: Sie sitzen im Boden der Maschine und fangen feine und gröbere Speisereste auf. Nehmen Sie sie einmal im Monat zur Reinigung heraus.
  • Sprüharme: Bei jedem Spülgang verteilen die drehbaren Sprüharme literweise Wasser in der Maschine. Damit die Düsen nicht verstopfen, sollten Sie sie etwa einmal im Jahr ausbauen und von Essensresten und Verkalkungen befreien.
  • Innenraum und Dichtungen: Wischen Sie etwa einmal im Monat die Türdichtungen und den Innenraum mit einem feuchten Tuch ab und lassen Sie die Maschine ebenso regelmäßig mit einer speziellen Reinigung im Heißwaschgang durchlaufen.

Ursache 3: Verschmutzte Schläuche

Ist Ihre Spülmaschine bereits einige Jahre in Betrieb, sammeln sich mit der Zeit Speisereste, Öl oder Schmutz im Abwasserschlauch. Blockiert der Schmutz den Schlauch, zieht die Spülmaschine automatisch kein Wasser mehr. Konnten Sie die beiden oben genannten Ursachen bereits ausschließen, bauen Sie nun den Ablaufschlauch ab. Der Schlauch verläuft von der Maschine zum Siphon unter der Spüle.

  1. Schauen Sie zunächst sicherheitshalber ins Handbuch Ihrer Spülmaschine. Dort finden Sie nähere Informationen zur Position der Schläuche und eventuell zu beachtende Besonderheiten der einzelnen Bauteile.
  2. Drehen Sie den Wasserhahn zu und entfernen Sie den Geschirrspüler vom Stromnetz.
  3. Ziehen Sie die Spülmaschine vorsichtig aus ihrer Nische, sodass Sie den Abwasserschlauch gut erreichen können.
  4. Halten Sie einen Eimer und alte Handtücher oder Wischlappen bereit, um im nächsten Schritt eventuelle Wasserreste aufzufangen.
  5. Entfernen Sie nun den Schlauch von der Maschine. Dieser ist in der Regel mit einer Klemme befestigt. Diese können Sie mit einer Zange aber einfach zusammendrücken und abziehen. Montieren Sie auch das andere Ende des Schlauches von der Wand oder dem Siphon ab.
  6. Spülen Sie den Schlauch gründlich mit heißem Wasser und Reinigungsmittel, etwa Spülmittel, durch.
  7. Bauen Sie den Schlauch wieder ein und drehen Sie beide Verschlüsse sorgfältig zu.
  8. Sind nun die Verstopfungen beseitigt, so dass das Wasser wieder ungehindert abfließen kann, wird auch der Zulaufschlauch wieder Wasser ziehen.

Um Verstopfungen und Schmutzablagerungen in Zukunft vorzubeugen, lassen Sie die Maschine regelmäßig, etwa alle fünf bis zehn Waschgänge, im Heißwaschprogramm durchlaufen. Dabei lösen sich auch hartnäckige Verschmutzungen. Grobe Essensreste sollten ohnehin nicht mehr am Geschirr sein, wenn dieses in die Spülmaschine wandert. Weniger Probleme dank regelmäßiger Reinigung: Schalten Sie bei Ihrer Spülmaschine öfter mal den Heißwaschgang ein. So verhindern Sie Ablagerungen und Verstopfungen.

Reparierte Spülmaschine
Weniger Probleme dank regelmäßiger Reinigung: Schalten Sie bei Ihrer Spülmaschine öfter mal den Heißwaschgang ein. So verhindern Sie Ablagerungen und Verstopfungen. (© 2016 ViktorCap/Thinkstock)

Größere Probleme sind ein Fall für den Fachmann

In einigen Fällen steckt mehr hinter dem Problem als die oben genannten Ursachen: etwa ein Defekt am Aquastop, am Magnetventil oder weiteren elektronischen Teilen im Inneren der Spülmaschine. Um einen solchen Fehler zu finden und zu beheben, müssen Seiten- oder Rückwände der Maschine abgebaut und die Elektronik freigelegt werden. Dies sollte nur ein Fachmann vornehmen, zumal ein Auseinanderbauen des Geschirrspülers in der Regel zum Verlust der Herstellergarantie führt. In vielen Fällen können Sie die Störungen Ihrer Spülmaschine aber einfach selbst beheben und sich damit einen Anruf beim Kundendienst sparen. Oft ist es tatsächlich nur ein kleiner Knick im Wasserschlauch – und kaum haben Sie diesen gerade gerückt, lässt Ihre Spülmaschine auch wieder das vertraute Gluckern und Wasserrauschen ertönen und macht sich wie gewohnt an Ihren Abwasch.

Sie möchten noch mehr für Ihre Spülmaschine tun und mit einer regelmäßigen Pflege und Reinigung möglichen Problemen vorbeugen? Dann schauen Sie doch mal bei einem unserer anderen Ratgeber rund um den fleißigen Abwaschhelfer vorbei: etwa Spülmaschine reinigen: Pflege für den Geschirrspüler.

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