Voller Elan gehen Sie Ihren Hausputz an – doch mittendrin verliert der Staubsauger plötzlich deutlich an Saugkraft. Nur in den seltensten Fällen hat das Gerät einen technischen Defekt erlitten und muss repariert oder ausgetauscht werden. Oft können Sie selbst Hand anlegen und dem Staubsauger wieder zu alter Stärke verhelfen. UPDATED verrät Ihnen, welche Ursachen die mangelnde Saugkraft haben kann und wie Sie das Problem im Handumdrehen lösen können.

Staubsaugerbeutel oder Staubauffangbehälter ist voll

Die nächstliegende Lösung für eine verringerte Saugfähigkeit kann ein verstopfter Staubsaugerbeutel sein. Dieser kann nur eine begrenzte Menge an Dreck und Staub aufnehmen. Wenn er zum Bersten gefüllt und aufgebläht ist, sollte der Beutel dringend ausgetauscht werden. Schauen Sie in jedem Fall nach, auch wenn die Anzeige an Ihrem Sauger den Beutel noch nicht als voll ausweist. Wie Sie den Beutel entnehmen und einen neuen einlegen, ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Entnehmen Sie die Vorgangsweise der zugehörigen Betriebsanleitung.

Im Zusammenhang mit dem Staubsaugerbeutel können noch zwei weitere Probleme auftreten: Der Beutel kann entweder falsch eingelegt worden sein oder das Modell passt nicht zu Ihrem Sauger. Schauen Sie also nach, ob der Beutel beim Verschließen der Klappe vielleicht verklemmt oder verrutscht ist oder ob auf dem Beutel auch ausdrücklich Ihr Staubsaugermodell genannt ist.

Auch beutellose Staubsauger können ihre Aufnahmekapazität erreicht haben. Verwenden Sie ein solches Gerät, prüfen Sie den Staubauffangbehälter und leeren Sie diesen bei Bedarf. Als Faustregel können Sie sich merken, dass ein Staubsauger alle vier bis sechs Wochen entleert werden sollte, wenn Sie zweimal wöchentlich saugen. Der regelmäßige Austausch beugt auch unangenehme Gerüche vor.

Näheres zu den unterschiedlichen Staubsaugertypen erfahren Sie in diesem Ratgeber.

vollen Staubsaugerbeutel wechseln
Wenn der Staubsaugerbeutel voll ist, kann der Staubsauger nicht mehr seine volle Saugkraft entfalten. (© 2017 Dzurak / Thinkstock)

Staubsaugerschlauch ist verstopft

Ein Staubsaugerschlauch hat in der Regel keinen sonderlich großen Durchmesser, sodass dieser schnell verstopfen kann, sollten Sie größere Teile einsaugen. Vor allem Abfall mit fester Struktur wie Scherben kann sich in der Riffelung des Schlauchs verhaken. Entfernen Sie zur Prüfung den Schlauch vom Staubsauger. Dieser ist in der Regel mit einem einfachen Schraubmechanismus angebracht. Legen Sie den Schlauch auf eine gerade Fläche und schauen hindurch. Eine Taschenlampe dient dabei als gutes Hilfswerkzeug. Kontrollieren Sie auch die Teleskopstange. Sollten Sie einen Fremdkörper entdecken, versuchen Sie, diesen mit einem Besenstiel oder Ähnlichem zu beseitigen.

Staubfilter sind verdreckt

Ist die Saugleistung Ihres Staubsaugers eingeschränkt, kann dies auch an einem verdreckten Staubfilter liegen. Einer sitzt meist am Motorgehäuse hinter einem Plastikgitter und schützt den Antrieb vor Staub und Dreck. Ein weiterer Staubfilter, der sogenannte Abluftfilter befindet sich meist direkt hinter dem Staubsaugerbeutel. Kontrollieren Sie beide Filter. Sind sie leicht verschmutzt, können Sie die Filter ausklopfen. Sind die Filter bereits schwarz gefärbt, sollten Sie einen Austausch vorziehen. Das Gitter lässt sich samt Filter bei den meisten Modellen einfach herausziehen. Halten Sie sich sonst an die Betriebsanleitung. Staubfilter können Sie in der Drogerie nachkaufen. Als Faustregel können Sie sich merken: Der Abluftfilter sollte bei jedem Staubsaugerbeutelwechsel gründlich gereinigt werden. Reicht das Ausklopfen nicht aus, lösen Sie die Staubpartikel mit den Händen vom Filter. Beim Motorschutzfilter reicht ein jährlicher Austausch in der Regel aus.

Zudem verfügen die meisten beutellosen Staubsauger über einen Zentralfilter, der stark von Staubpartikeln belastet wird. Dieser sollte möglichst einmal im Monat unter fließendem Wasser gereinigt und mindestens einmal jährlich gewechselt werden. Der Zentralfilter finden Sie bei den meisten Geräten direkt unter dem aufklappbaren Deckel des Staubsaugers.

Staubfilter des Staubsaugers ist verdreckt
Wenn der Abluftfilter des Staubsaugers verdreckt ist, lässt die Saugkraft nach. (© 2017 tab62 / Fotolia)

Die Saugleistung des Staubsaugers

Viele Nutzer achten beim Kauf eines Staubsaugers auf die angegebene Wattzahl. Je mehr Watt, desto stärker ist die Saugleistung, denken viele – doch das ist nicht zwingend so. Die Wattzahl beziffert die elektrische Leistung des Staubsaugermotors. Das bedeutet aber nicht, dass eine hohe Wattzahl immer eine hohe Reinigungsleistung zur Folge hat. Die Saugleistung hängt bei einem einwandfrei funktionierenden Gerät vornehmlich von der Motortechnik sowie von der Düsenkonstruktion am Saugrohr ab. So gibt es Staubsauger, die mit 800 Watt besser saugen als andere mit 1.600 Watt. Viel Watt bedeutet in erster Linie einen hohen Stromverbrauch.

Um einen sorgsameren Umgang mit der Energie zu gewährleisten, hat die EU einen Maximalwert von 1.600 Watt für neu verkaufte Staubsauger festgelegt. Ab September 2017 wird diese Regelung noch verschärft, dann dürfen nur noch Staubsauger mit maximal 900 Watt verkauft werden. Zudem bekommen alle Geräte ein Energielabel, das die Energieeffizienzklasse von A (beste) bis G (schlechteste) anzeigt. Auch die Reinigungsleistung wird dann mit den gleichen Kennzeichnungen angegeben.

Staubsauger ist undicht

Der Motor eines Staubsaugers produziert einen Sog, um Staub und Schmutz ins Innere zu befördern. Wenn diese Luft auf ihrem Weg vom Fußboden in den Beutel beziehungsweise Staubauffangbehälter entweichen kann, reduziert sich die Saugkraft. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Schauen Sie sich den Schlauch genau an, ob der dieser ein Riss oder ein Loch hat. Sie können diese Stelle provisorisch mit starkem Klebeband abkleben, ein Austausch ist dennoch zu empfehlen.
  • Checken Sie alle Steckverbindungen zwischen den verschiedenen Staubsaugerteilen auf ihre Dichtigkeit. Lösen Sie alle Verbindungen einmal und stecken diese neu zusammen.
  • Achten Sie darauf, dass der Nebenluftregler am Griff geschlossen ist. Das ist die einstellbare Luftöffnung am Griff, um zu verhindern, dass sich die Düse am Boden oder an anderen Gegenständen wie Vorhängen festsaugt.
    Grundsätzlich gilt: Hören Sie genau hin. Denn das Geräusch der einströmenden Luft ist meistens gut zu hören.

Falscher Einsatz der Staubsaugerbürste

Staubsauger besitzen Bodenbürsten, die über zwei oder noch weitere Einstellungen verfügen. So sollten Sie einen Teppichboden mit eingeklappter Bürste saugen, einen Parkett-oder Laminatboden dagegen mit ausgeklappter Bürste. Zudem sollten Sie diese ebenfalls regelmäßig reinigen. Gerade bei Haustierbesitzern verfangen sich viele Haare in der Bürste, die für einen Saugkraftverlust verantwortlich sein können.

Motor oder Gebläse des Staubsaugers ist defekt

Haben Sie alle bisher aufgeführten Punkte kontrolliert, konnten die Ursache für den Saugkraftverlust aber nicht ausmachen, kann auch der Motor oder das Gebläse des Staubsaugers defekt sein. Achten Sie auf den Klang: Hört sich der Sauger dumpfer an oder verrichtet er seine Arbeit wesentlich lauter als früher, ist das ein untrügliches Zeichen. Auch klopfende oder rasselnde Geräusche deuten auf einen Motor - oder Gebläseschaden hin. So könnten zum Beispiel Lamellen gebrochen sein. In solchen Fällen sollten Sie sich auf jeden Fall mit dem Hersteller in Verbindung setzen und auf eine Reparatur durch einen Fachmann zurückgreifen. In manchen Fällen kann jedoch eine Neuanschaffung durchaus sinnvoller sein.

Oft helfen einfache Mittel zur Problemlösung

Ein schlecht saugender Staubsauger kann schnell zu Frust beim Hausputz führen. Oft ist jedoch kein technischer Defekt für den Saugkraftverlust verantwortlich, sondern verstopfte Filter, Beutel und Saugrohre. Diese Probleme können mit einfachen Mitteln meist selbst behoben werden. Mit voller Saugkraft ist Ihre Unterkunft dann im Handumdrehen wieder vom Schmutz befreit.

 

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