Sie freuen sich auf eine schöne Tasse Tee, doch nach dem Aufbrühen schwimmen kleine Kalkkrümel in Ihrem Getränk? In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihren Wasserkocher entkalken – damit Sie die nächste Tasse Ihres Lieblingstees wieder unbeschwert genießen können.

Kalkfrei in weniger als 30 Minuten

Wenn Sie ein schnelles Ergebnis erzielen und nicht so lange auf Ihren Wasserkocher verzichten möchten, nutzen Sie eine der folgenden Anleitungen zum Entkalken Ihres Wasserkochers. Bei sehr starken Verkalkungen sollten Sie bei Zeitdruck zum gekauften Entkalker (Anleitung 1) greifen. Die Hausmittel werden in der kurzen Zeit prima mit kleineren Kalkablagerungen fertig, sollten für hartnäckigere Kalkkrusten aber besser mehrere Stunden oder über Nacht einwirken.

Anleitung 1: Für Entkalker aus Drogerie und Supermarkt

Schnell und trotzdem gründlich erfolgt die Entkalkung mit gekauften Entkalkern. Sie haben hier die Auswahl zwischen Tabs, Pulver oder Flüssig-Entkalker. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das jeweilige Produkt auch für Ihren Wasserkocher geeignet ist. Einige Reiniger dürfen etwa nicht für Edelstahl-Geräte verwendet werden, diese Angabe finden Sie dann aber auf der Verpackung des Entkalkers.

Auf jeder Entkalker-Verpackung finden Sie eine genaue Anleitung. In der Regel gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Geben Sie die vom Hersteller vorgegebene Menge Wasser und Entkalker in den Wasserkocher. Achten Sie darauf, dass alle Kalkablagerungen im Inneren des Geräts mit Wasser bedeckt sind.
  2. In der Regel schalten Sie das Gerät nun ein und warten, bis das Wasser kocht.
  3. Gießen Sie das heiße Wasser danach im Spülbecken ab.
  4. Werfen Sie einen Blick in den Kocher: Sind die weißen Ablagerungen verschwunden und glänzen die Heizstäbe wieder? Prima, dann haben Sie den Wasserkocher bereits erfolgreich entkalkt! Andernfalls wiederholen Sie die Prozedur.
  5. Füllen Sie anschließend noch einmal klares Wasser in das Gerät und lassen Sie es aufkochen. So beseitigen Sie eventuelle Rückstände vom Entkalker.

Anleitung 2: Leichte Kalkablagerungen entfernen mit Essigessenz

Umweltfreundlicher ist die Entkalkung mit gewöhnlichem Haushaltsessig oder Essigessenz, denn diese enthalten keine chemischen Zusätze und bauen sich vollständig ab. Leichte Verkalkungen bekommen Sie mit Essig schnell in den Griff. So gehen Sie vor:

  1. Da Essig einen starken Eigengeruch hat, sollten Sie für die Dauer der Entkalkung die Fenster geöffnet lassen.
  2. Gießen Sie den Essig in den Wasserkocher. Der Heizstab sollte gerade so von der Flüssigkeit bedeckt sein.
  3. Warten Sie etwa zehn Minuten.
  4. Schwenken Sie dann den Kocher leicht hin und her – erste Kalkablagerungen sollten sich bereits ablösen. Falls nicht: Warten Sie weitere zehn Minuten.
  5. Füllen Sie nun Wasser in den Kocher. Orientieren Sie sich bei der Menge an den weißen Kalkablagerungen im Inneren des Kochers. Diese sollten mit Wasser bedeckt sein. Überschreiten Sie aber auf keinen Fall den maximalen Füllstand.
  6. Schalten Sie nun Ihren Wasserkocher an und lassen Sie das Gemisch aus Essig und Wasser kurz aufkochen.
  7. Gießen Sie die Flüssigkeit in die Spüle. Damit sollten auch alle Kalkablagerungen im Ausguss landen. Andernfalls wiederholen Sie den Vorgang und lassen den Essig länger einwirken.
  8. Spülen Sie den Wasserkocher mit klarem Wasser aus und lassen Sie noch zweimal frisches Wasser darin aufkochen. So verschwindet der Essiggeruch.

Anleitung 3: Leichte Kalkablagerungen entfernen mit Natron oder Backpulver

Natron und Backpulver können kleinere Kalkablagerungen gut und schnell lösen. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Geben Sie eine Tüte beziehungsweise zwei bis drei Teelöffel Backpulver oder Natron in den Wasserkocher.
  2. Gießen Sie Wasser hinzu. Füllen Sie den Kocher jedoch nicht bis zur maximalen Füllgrenze auf, denn sobald Natron oder Backpulver mit Kalk in Berührung kommen, findet eine chemische Reaktion statt und die Mischung schäumt auf. Befüllen Sie den Wasserkocher daher nur zu zwei Dritteln.
  3. Warten Sie, bis das Pulver sich aufgelöst hat.
  4. Bringen Sie das Wasser zum Kochen.
  5. Leeren Sie den Wasserkocher in der Spüle aus und werfen Sie einen Blick in das Innere. Sind noch Kalkreste vorhanden? Falls ja, wiederholen Sie die Prozedur.
  6. Spülen Sie im Anschluss den Kocher gründlich aus und lassen Sie ihn einmal mit frischem Wasser aufkochen, um alle Rückstände zu entfernen.
Natron Wasserkocher entkalken
Natron leistet nicht nur beim Backen gute Dienste – es entfernt auch Verkalkungen und macht das Wasser weicher. (© 2016 vikif/Thinkstock)

Entkalkung über mehrere Stunden oder über Nacht

Nicht immer reicht es aus, den Wasserkocher kurz mit einem der oben beschriebenen Mittel aufkochen zu lassen. Manchmal benötigt die Entkalkung auch mehrere Stunden. Dies ist etwa dann der Fall, wenn der Kocher sehr stark verkalkt ist oder wenn Hausmittel wie Aspirin oder Gebissreiniger verwendet werden, die nur langsam ihre Arbeit verrichten.

Wenn Sie Ihren Wasserkocher erst am nächsten Morgen wieder benötigen, können Sie die Zeit über Nacht gut für die folgenden Entkalkungsmethoden nutzen. Durch die zusätzliche Zeit haben auch mildere Reinigungsmittel ausreichend Gelegenheit, um ihre Kräfte voll zu entfalten.

Anleitung 4: Starke Verkalkungen entfernen mit Essigessenz oder Natron

Für die Schnell-Entkalkung eigenen sich Essig und Natron oder Backpulver immer dann, wenn sich nur leichte Kalkablagerungen im Wasserkocher befinden. Doch die Mittel werden auch mit starken Verkalkungen fertig – wenn sie dafür mehr Zeit haben. In diesem Fall gehen Sie so vor:

  1. Geben Sie Natron, Backpulver oder Essigessenz zusammen mit Wasser in den Wasserkocher. Essigessenz verdünnen Sie vorher im Verhältnis 1:3 mit Wasser. Wenn Sie also 50 Milliliter Essigessenz nehmen, gießen Sie einfach noch 150 Milliliter Wasser hinzu.
  2. Füllen Sie den Wasserkocher so, dass alle Kalkablagerungen bedeckt sind. Bei Natron und Backpulver füllen Sie den Kocher nur zu zwei Dritteln und schütten ein Päckchen des Pulvers oder zwei bis drei Teelöffel in das Wasser - so verhindern Sie, dass die Mischung übersprudelt.
  3. Lassen Sie den Wasserkocher für mehrere Stunden so stehen, am besten über Nacht. Werfen Sie einen Blick hinein, die Kalkablagerungen sollten sich vom Heizstab und den Wänden größtenteils gelöst haben. Falls nicht, geben Sie dem Ganzen noch mehr Zeit.
  4. Spülen Sie im Anschluss den Kocher gründlich aus und lassen Sie ihn einmal mit frischem Wasser aufkochen, um alle Rückstände zu entfernen.

Anleitung 5: Wasserkocher entkalken mit Zitronensäure

Gut für die Umwelt und gut für die Nase – wenn Sie mit Zitronensäure entkalken, können Sie sich neben einem glänzenden Wasserkocher auch über einen angenehmen Zitrusduft freuen. Das Mittel wird außerdem vollständig abgebaut, was ein Vorteil gegenüber chemischen Entkalkern ist. Zitronensäure können Sie in flüssiger Form oder als Pulver in Drogerien und Supermärkten kaufen.

Zitronensaft oder gar die Früchte selbst sind hingegen keine große Hilfe. Sie beinhalten zwar die kalklösende Säure, aber in zu schwacher Form. Selbst wenn Sie den Saft über Nacht einwirken lassen, löst er den Kalk nur minimal. Greifen Sie daher zu Zitronensäure. Diese können Sie wie folgt anwenden:

  1. Geben Sie die Zitronensäure in den Wasserkocher. Flüssige Säure mischen Sie vorher im Verhältnis 1:3 mit Wasser. Nehmen Sie zum Beispiel 50 Milliliter Zitronensäure und 150 Milliliter Wasser.
  2. Insgesamt sollte der Wasserkocher so weit gefüllt werden, dass alle Kalkablagerungen im Inneren bedeckt sind. Wenn Sie Pulver benutzen, lösen Sie dieses zunächst in Wasser auf. Angaben zum richtigen Mischverhältnis finden Sie auf der Packung.
  3. Die Mischung wird nicht erhitzt, denn Zitronensäure verbindet sich bei Erwärmung mit den Kalkablagerungen im Gerät. Dadurch entsteht hartnäckiges Calciumcitrat, das sich sogar noch schwerer entfernen lässt. Lassen Sie das Gemisch daher einfach kalt im Kocher stehen und für mindestens eine Stunde einwirken.
  4. Werfen Sie einen Blick in den Kocher und prüfen Sie durch leichtes Hin- und Herschwenken des Wassers, ob sich die Kalkablagerungen bereits gelöst haben, andernfalls warten Sie noch etwas.
  5. Sind Heizstab und Innenwände von der Kalkkruste befreit, kippen Sie das Wasser aus und spülen den Wasserkocher mit Leitungswasser gründlich durch.

Anleitung 6: Wasserkocher entkalken mit Aspirin oder Gebissreiniger

Sie haben noch Aspirintabletten im Haus, die bereits abgelaufen sind? Dann nutzen Sie diese einfach zum Entkalken. Auch Gebissreiniger sprudelt leichte Ablagerungen im Wasserkocher einfach weg. Beide Mittel enthalten Zitronensäure. Wenn Sie diese Mittel ohnehin im Haus haben oder sie bereits abgelaufen sind, lohnt sich die unübliche Nutzung. Müssen Sie die Mittel hingegen extra kaufen, zahlen Sie dafür meist mehr als für die bereits vorgeschlagenen Helfer. Diese Methode hilft vor allem bei eher leichten Verkalkungen.

So geht’s:

  1. Füllen Sie den Wasserkocher mit Wasser. Grundsätzlich sollten alle Kalkablagerungen bedeckt sein, aber da sowohl Aspirin als auch Gebissreiniger stark sprudeln, füllen Sie den Kocher sicherheitshalber nur zu zwei Dritteln.
  2. Werfen Sie nun eine Tablette in das Wasser - bei starken Verkalkungen auch zwei - und lassen Sie das Gemisch über Nacht stehen.
  3. Bis zum nächsten Morgen sollten die Ablagerungen verschwunden sein.
  4. Leeren Sie den Wasserkocher und spülen Sie ihn mit Leitungswasser aus. Lassen Sie ihn dann mit frischem Wasser einmal aufkochen, um alle Reste der Reiniger zu entfernen.

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So sorgen Sie in Zukunft für weniger Kalkablagerungen

Dass sich im Inneren des Wasserkochers eine weiße Kalkschicht bildet, lässt sich leider nicht ganz vermeiden – aber immerhin verlangsamen. Füllen Sie dazu nur möglichst kalkarmes Wasser in das Gerät. Ob Sie kalkhaltiges Wasser haben, können Sie telefonisch bei Ihrem Wasserversorger, online im Wasserhärteverzeichnis oder mit einem Teststreifen, den Sie in den meisten Apotheken kaufen können, herausfinden.

Enthält das Wasser aus Ihrer Leitung viel Kalk, bietet es sich an, diesen erst herauszufiltern, bevor Sie das Wasser in den Kocher geben. Dazu bietet sich ein Wasserfilter an, der den Gehalt unerwünschter Stoffe, wie Kalk oder Metalle, im Wasser reduziert. Alternativ geben Sie jedes Mal, wenn Sie den Wasserkocher nutzen, eine Messerspitze Natron ins Wasser. Das Pulver macht das Wasser weicher und vermindert so die Kalkablagerung.

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