Tief einatmen, Luft anhalten und schon kann es losgehen: Unterwasserfotos sind aufregend, immer etwas Besonderes und machen Spaß. Eine teure Ausrüstung benötigen Sie dafür nicht unbedingt. UPDATED zeigt Ihnen, worauf es bei Unterwasserfotografie ankommt, welche Kamera sich besonders gut eignet und welche Ausrüstung Sie für Unterwasseraufnahmen sonst noch brauchen.

Unterwasserfotografie Ausrüstung – die richtige Kamera für Aufnahmen im Wasser

Unterwasserfotografie Ausrüstung
Für Profi-Unterwasser-Fotos sollte es auch eine Profi-Ausrüstung sein. Für ein bisschen Spaß im Wasser können Sie aber auch eine Einweg-Unterwasserkamera nehmen. (© 2017 Thinkstock )

Unterwasserfotografie muss nicht teuer sein, schon für unter 10 Euro erhalten Sie analoge Einwegkameras, die Sie mit ins Wasser nehmen können. Möchten Sie hingegen mit Ihrer Spiegelreflexkamera in die Fluten springen, müssen Sie für ein Unterwassergehäuse schon wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Wir haben hier die gängigen Ausrüstungs-Optionen für Sie zusammengefasst:

Analoge Einwegkamera für Unterwasserfotos

Die kleinen Plastik-Kameras gibt es bereits für kleines Geld und sie passen aufgrund ihrer geringen Größe in jedes Handgepäck. Sie sind perfekt, wenn Sie nur einige Spaß-Bilder im und am Wasser machen möchten.

+ Preis unter 10 Euro
+ Leicht und klein
- Schlechte Bildqualität
- Bilder können während des Shootings nicht angesehen werden
- Zusätzliche Kosten für die Entwicklung/Digitalisierung der Bilder

Unterwasserbeutel für die Kamera

Anstatt eine neue Kamera zu kaufen, können Sie Ihre kleine Digitalkamera oder Ihr Smartphone auch ganz einfach in einen Unterwasserbeutel stecken. Diese lassen sich wasserdicht verschließen und schützen so die Technik beim Badeausflug. Perfekt, wenn Sie Ihr Smartphone oder eine kleine Digicam mit an den See nehmen möchten.

+ Preis etwa 20 Euro
+ Zusätzlicher Schutz in Wassernähe
+ Wasserdicht bis etwa 10 Meter Tiefe
+ Es muss keine Kamera gekauft werden
- Bedienbarkeit durch den Beutel schwierig
- Beuteloberfläche liegt meist nicht plan auf dem Objektiv und sorgt so für verschwommene Bilder

Unterwasser-Digitalkamera

Klein, bunt und vor allem wasserdicht. Wer öfter mal zum Fotografieren abtaucht, für den lohnt sich auch eine wasserdichte Digitalkamera. Einfache Modelle sind schon für kleines Geld zu haben. Perfekt, wenn Sie einen verlässlichen Fotoapparat mit ins Wasser nehmen möchten.

+ Bildqualität akzeptabel
+ Videofunktion
+ Wasserdicht bis etwa 10 Metern Tiefe
- Zusätzliche Anschaffung nötig
- Preis ab etwa 50 Euro

Unterwassergehäuse für Spiegelreflexkamera

Was an Land gilt, gilt auch im Wasser: Eine Spiegelreflexkamera oder eine gute spiegellose Digitalkamera machen bessere Bilder als eine Einwegkamera oder auch eine Kompaktkamera. Damit Sie mit dem guten Stück aber auch sicher abtauchen können, brauchen Sie ein Unterwassergehäuse. Diese sind in der Regel direkt auf das jeweilige Kamera-Modell angepasst und können ganz schön ins Geld gehen. Dafür können Sie aber auch erstklassige Bilder unter der Wasseroberfläche machen. Perfekt für Profi-Bilder. Kleiner Tipp: Fotofachgeschäfte verleihen die passenden Gehäuse oft auch gegen eine Gebühr.

+ Sehr gute Bildqualität
+ Videofunktion
+ Wasserdicht bis etwa 5 Metern Tiefe
+ Keine neue Kamera nötig
- Preis kann bei um die 1000 Euro liegen
- Groß und schwer

Vorbereitung für die Unterwasserfotografie

Vorbereitung für die Unterwasserfotografie
Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, sollten Sie abtauchen – so entstehen tolle Unterwasserfotos. (© 2017 Thinkstock )

Die Sonne scheint und Sie sind bereit zum Abtauchen? Kein Problem, gleich kann es losgehen. Damit Ihr Unterwasser-Shooting zum Erfolg wird, haben wir eine kleine Checkliste für Sie erstellt:

  1. Akku aufladen – sonst geht Ihrer Kamera zwischendrin die Puste aus.
  2. Speicherkarte leer räumen: Mindestens 1 GB sollte noch Platz sein. Möchten Sie Videos drehen sogar noch mehr.
  3. Beim Unterwassergehäuse oder Beutel: Dichtheit testen. Dazu das Gehäuse ohne Kamera verschließen, ein paar Minuten ins Waschbecken oder die Badewanne legen und anschließend prüfen, ob auch die Schutzhülle dicht ist.
  4. Beim Unterwassergehäuse für die Spiegelreflexkamera sollten Sie nun den Dichtungsring säubern und anschließend einfetten. Dann schließt er besser. Das klappt gut mit farbloser Lippenpflege, Melkfett, Kokosöl oder ähnlichem.
  5. Bei Unterwassergehäuse oder Beutel: Silikagel-Päckchen (Trockenmittel) in den Beutel oder die vorgesehene Aussparung im Gehäuse legen.

 

Tipps für schöne Unterwasserbilder

Tipps für schöne Unterwasserbilder
Es muss nicht immer der Ozean sein: Auch im Pool können Sie tolle Bilder machen. (© 2017 Thinkstock )

Einfach drauflos knipsen oder lange herumprobieren? Wir empfehlen Ihnen Ersteres, denn oft entstehen die besten Bilder ganz zufällig. Ein paar Tipps für schöne Unterwasserfotos geben wir Ihnen aber trotzdem gern an die Hand:


Kamera nass geworden - was tun?

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Wasser ins Unterwasserkamera-Gehäuse eindringt. Passiert es aber trotzdem können Sie so Ihre Kamera schützen:

  1. Nehmen Sie das Gehäuse samt Kamera sofort aus dem Wasser.
  2. Nehmen Sie Ihre Kamera aus dem Gehäuse.
  3. Schalten Sie diese auf keinen Fall an! Ist sie hingegen noch an, stellen Sie sie aus.
  4. Trocknen Sie die Kamera sorgfältig mit einem Handtuch oder Küchentuch ab, so dass kein weiteres Wasser in das Innere der Kamera eindringen kann.
  5. Entnehmen Sie Akku und Speicherkarte.
  6. Lassen Sie alles mindestens 48 Stunden lang bei Raumtemperatur trocknen.

Die beste Tageszeit und Wetter für Unterwasserbilder

Wählen Sie einen Tag mit möglichst viel Sonnenlicht und tauchen Sie dann in der Mittagszeit unter – nicht nur, weil das jetzt für eine herrliche Abkühlung sorgt, sondern auch, weil zu dieser Zeit das meiste Sonnenlicht unter die Wasseroberfläche dringt und Ihnen gut ausgeleuchtete Bilder beschert.

Der geeignete Abstand zum Unterwasser-Motiv

Bleiben Sie in der Nähe Ihres Motivs. Den Zoom sollten Sie eingefahren lassen, da dieser nur die Gefahr von verwackelten Fotos erhöht und in der Regel auch sehr viel Licht schluckt. Schwimmen Sie lieber dichter ran und belassen Sie den Abstand bei etwa 15 Zentimeter bis maximal 2 Meter.

Unterwasser-Videos

Wenn Sie unter Wasser filmen möchten, ist es wichtig, dass Sie selbst möglichst ruhig sind. Vermeiden Sie starke Schwimmbewegungen und lassen Sie sich lieber einfach treiben.

Richtig unter Wasser fotografieren

Auch unter Wasser können Sie beim Fotografieren leicht verwackeln. Daher: Kamera in beide Hände nehmen, Luft anhalten und den Auslöser drücken. Am besten stellen Sie vorher den Serienbildmodus ein. Dieser ist durch das Symbol mehrerer hintereinander liegender Seiten gekennzeichnet und lässt sich im Menü oder bei vielen Kameras auch über einen entsprechenden Knopf am Kameragehäuse einstellen. Sie können Ihre Kamera auch in den Sportmodus für Unterwasserbilder stellen, dann knipst sie automatisch in Serie. Diesen Modus erkennen Sie am Piktogramm eines Sprinters.

Meeresbewohner fotografieren

Wenn Sie Fische fotografieren möchten, gilt das, was immer bei der Tierfotografie gilt: Bleiben Sie ruhig und stören Sie die Tiere nicht. Schwimmen Sie also nicht hektisch auf die Fische zu, sonst werden sich diese abwenden. Am schönsten werden die Fotos, wenn Sie etwas abtauchen und die Fische leicht von unten fotografieren.

Blitz unter Wasser vermeiden

Lassen Sie den Blitz bei Unterwasserfotografie am besten aus. Zum einen hat dieser unter Wasser ohnehin nur eine Reichweite von knapp einem Meter, sodass Sie Ihr Motiv oft gar nicht richtig ausleuchten würden, zum anderen befinden sich im Wasser viele kleine Teilchen, die dann angestrahlt werden. Ihr Foto würde dann schmutzig aussehen. Wenn Sie mit einer Systemkamera abtauchen, können Sie einfach in den Einstellungen festlegen, dass der Blitz sich nicht automatisch einschaltet. Die Kamera nimmt dann alle anderen Einstellungen entsprechend vor. Eine Spiegelreflexkamera stellen Sie in den manuellen Modus. So verhindern Sie, dass der Blitz selbstständig ausgefahren wird. Wie Sie die passenden Einstellungen vornehmen erfahren Sie in unserem Ratgeber “Belichtungszeit richtig einstellen – so wird’s perfekt”. Beachten Sie dabei zusätzlich, dass der Kamera unter der Wasseroberfläche wesentlich weniger Licht zur Verfügung steht, als an Land. Das verlängert die Belichtungszeit.

Luft anhalten,abtauchen und los geht’s mit dem Shooting unter Wasser

Rote Augen vom Poolwasser und ein verschwommener Blick – als Kind war es fast normal, unter Wasser die Augen offen zu lassen und so die ungewohnte Umgebung zu betrachten. Der Reiz, den die Unterwasserwelt ausübt, ist ungebrochen und auch scheinbar normale Schnappschüsse werden unter der Wasseroberfläche zu etwas Besonderem. Rote Augen braucht davon aber keiner mehr zu bekommen und hustend nach Luft müssen Sie nach einem Fotoshooting im Wasser auch nicht schnappen. Eine einfache Taucher- oder Schwimmbrille schützt Ihre Augen und lässt Sie unter Wasser sogar viel besser sehen. Und wenn Sie nicht zu weit abtauchen, lässt ein kleiner Schnorchel Sie bequem weiteratmen. Und wenn es doch mal etwas tiefer hinab geht? Dann hilft nur: Luft anhalten und abtauchen.

Shooting unter Wasser
Magisch und geheimnisvoll: Gerade das leicht Verschwommene der Motive verleiht Unterwasserbildern einen besonderen Reiz. (© 2017 Pexels )

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