Deine Lieblingssendung läuft mal wieder – und ausgerechnet zur Sendezeit hast du einen wichtigen Termin. Macht nichts – nimm die Episode einfach auf. Um TV-Sendungen aufzuzeichnen, benötigst du heutzutage kein separates Aufnahmegerät mehr. Viele aktuelle TV-Modelle besitzen eine Aufnahmefunktion – das sogenannte USB-Recording. Du schließt einen USB-Stick oder eine Festplatte an den Fernseher an und kannst aufnehmen. UPDATED erklärt dir, wie USB-Recording genau funktioniert!

Festplatte anschließen: Das musst du wissen

Für das USB-Recording benötigst du prinzipiell nicht viel: ein Fernseher und ein USB-Speichermedium reichen. Dennoch gilt es hier einiges zu beachten, damit das Vorhaben auch gelingt – und deine Lieblingssendung zuverlässig aufgezeichnet wird.

Welche TV-Geräte beherrschen USB-Recording?

Grundsätzlich benötigst einen Fernseher, der USB-Recording unterstützt – das nennt sich PVR-tauglich (“Personal Video Recorder”). Eine ganze Reihe von Fernsehern kann das, aber längst nicht alle Modelle.

Besonders Geräte aus dem unteren Preissegment sind oft nicht in der Lage aufzunehmen. Vergewissere dich also zunächst, dass dein vorhandener Fernseher diese Funktion beherrscht. Ein Blick in das Handbuch deines Geräts gibt zuverlässig Aufschluss über dessen Funktionen.

Extra-Buchse für Aufnahmen: Wie heißt die Schnittstelle?

Einige Hersteller kennzeichnen einen der USB-Anschlüsse am Fernseher mit HDD. Das ist der für Aufnahmen vorgesehene Port. Andere Bezeichnungen sind REC, Recording und PVR. Meist funktioniert das Aufnehmen dann auch nur über diese Schnittstelle.

USB-Recording mit Speicherstick: Ja oder nein?

Nächster Punkt: das Aufnahmemedium. Die Aussicht ist natürlich verlockend, einfach einen USB-Stick in den entsprechenden Anschluss zu stöpseln und aufzunehmen. Das funktioniert theoretisch auch, in der Praxis wirst du allerdings aufgrund der eher geringen Speicherkapazität schnell an Grenzen stoßen. 64 Gigabyte (GB) sollte der Stick mindestens haben, besser sind 128 oder 256 GB.

Zur Orientierung: Ein 90 Minuten langer Film in HD benötigt – je nach Sender, Übertragungsweg und Datenrate – zwischen sechs und zehn GB Speicherplatz.

Beachte zusätzlich: Beim USB-Recording per Stick können sich Kompatibilitätsprobleme ergeben – nicht jeder Fernseher nimmt auf jedem Stick auf. Das hängt zum Beispiel mit den Schreib- und Lesegeschwindigkeiten des USB-Sticks zusammen. Sind diese zu gering, verweigert der Fernseher die Aufnahme.

Richtwerte sind mindestens 20 Megabit in der Sekunde (MBit/s) für die Lesegeschwindigkeit und mindestens 34 MBit/s für die Schreibgeschwindigkeit. Der Stick muss zudem mindestens den Standard USB 2.0 beherrschen.

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Welche Festplatte ist für USB-Recording die richtige Wahl?

Für das USB-Recording eignen sich externe Festplatten am besten, sowohl 2,5-Zoll- als auch 3,5-Zoll-Speicher. 3,5-Zoll-Platten kosten in der Regel etwas weniger, sind dafür aber klobiger und benötigen eine eigene Stromversorgung. Datenträger mit 2,5 Zoll bekommen ihren Strom meist über den USB-Anschluss – das spart einen Steckdosenplatz. Allerdings kann es bei diesen Speichern zu Problemen mit der Spannungsversorgung kommen. In diesem Fall solltest du die Festplatte an den mit HDD oder ähnlich beschrifteten Port stöpseln, sofern vorhanden.

Der Königsweg sind die sogenannten SSD-Festplatten („Solid State Drive“): Die sind zwar teurer als herkömmliche Speichermedien, arbeiten aber schneller und verbrauchen weniger Strom.

Externe Festplatte an TV anschließen per USB-Kabel
Auf portablen Festplatten lassen sich nicht nur Datensätze speichern, sondern auch Spielfilme und ganze Serienstaffeln. (© 2019 SLAVYNKA / Getty Images)

Achtung: Fernseher formatiert Festplatte

Bevor du die Festplatte an den Fernseher anschließt, vergewissere dich, dass der Speicher keine wichtigen Dateien enthält. Die meisten TV-Geräte formatieren das Speichermedium in einem eigenen Format und verschlüsseln die enthaltenen Daten so, dass sie sich lediglich an dem betreffenden Fernseher wiedergeben lassen – und nicht am PC oder einem anderen Gerät. Wichtige Dokumente oder schöne Urlaubsfotos gehen damit leider verloren.

Wichtiger Unterschied: Twin-Tuner und Dual-Tuner

Bevor du mit der Aufnahme beginnst, bedenke Folgendes: In der Regel kannst du nicht ein Programm aufnehmen und gleichzeitig ein anderes ansehen. Viele TV-Geräte empfangen nur ein digitales Signal und können entsprechend auch nur dieses Signal mitschneiden.

Abhilfe schaffen TV-Modelle, die über einen sogenannten Twin- oder Doppeltuner verfügen. Hier kannst du zwischen den beiden Empfangsteilen hin und her schalten und so mit dem ersten Tuner ein Programm aufnehmen, während du über den zweiten Tuner ein anderes Programm ansiehst.

Aber Vorsicht: Twin-Tuner sind nicht zu verwechseln mit Dual-Tunern. Dual-Tuner können Fernsehsignale zwar auf mehrere Arten empfangen (zum Beispiel Kabel- und Antennenfernsehen), aber nur ein Signal wiedergeben.

Sendungen aufnehmen: So geht USB-Recording

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann es ans Eingemachte gehen. Der Aufnahmevorgang beim USB-Recording selbst läuft zum Glück unkompliziert ab: Unterstützt der Fernseher USB-Recording, hat er auch ein entsprechendes Menü, das durch die erforderlichen Schritte führt.

Für die Aufzeichnung einer laufenden Sendung drückst du den REC-Knopf auf der TV-Fernbedienung – und die Aufnahme beginnt.

Willst du Aufnahmen programmieren, bietet sich der im Fernseher integrierte EPG („Electronic Program Guide“, auf Deutsch „elektronischer Programmführer“) an. Mit den Pfeiltasten auf der Fernbedienung steuerst du die gewünschte Sendung in der Liste an und drückst REC – fertig! Die Aufnahme beginnt dann zur gewählten Zeit.

Start- und Endzeit der Aufnahme bestimmen

Willst du auf Nummer sicher gehen, kannst du das Ende der Aufnahme manuell nach hinten versetzen. So manche Samstagabend-Show schafft es erst deutlich später über die Ziellinie als geplant (und im EPG angegeben). Um zu verhindern, dass der von dir aufgenommene Krimi endet, bevor der Mörder ermittelt ist, gibst du eine spätere Endzeit ein. Das geht oft über den EPG selbst. Manche Geräte erlauben es dir, zeitliche Puffer standardmäßig einzugeben. Wenn nicht, musst du die Programmierung noch einmal öffnen und die neuen Zeiten festlegen.

Übrigens: Bei Überlappungen von zwei programmierten Aufnahmen hat in der Regel die zeitlich frühere Aufzeichnung Priorität.

USB-Recording macht Vor- und Zurückspulen per Fernbedienung möglich
Wer TV-Sendungen auf einer externen Festplatte aufnimmt, kommt in den Genuss der Time-Shift-Funktion. (© 2019 Rainer Puster / Getty Images)

Zeitversetztes Fernsehen: Dank USB-Recording kein Problem

Einer der größten Vorteile des digitalen USB-Recordings ist das zeitversetzte Fernsehen, auch Timeshift genannt. Das Telefon klingelt, du musst zum Kühlschrank – alles kein Problem: Ein Druck auf die Pause-Taste der Fernbedienung, und das Bild friert ein. Die laufende Sendung wird auf der angeschlossenen Festplatte aufgenommen.

Nach deiner Rückkehr drückst du auf die Play-Taste – und die Wiedergabe geht genau an der Stelle weiter, an der du pausiert hast.

Achtung: Bei vielen TV-Geräten ist die Timeshift-Funktion auf maximal 90 Minuten begrenzt.

Restriktionen beim USB-Recording

So praktisch USB-Recording nun auch wirkt, ein großes Manko gibt es: Was sich aufnehmen lässt, entscheiden die Sender. Die öffentlich-rechtlichen Kanäle – also ARD, ZDF, die Dritten, Arte etc. – kannst du problemlos aufzeichnen. Bei den Privaten (ProSiebenSat.1 Media, RTL Group usw.) sieht es anders aus.

In Standard Definition (SD) funktioniert das Aufnehmen in den meisten Fällen, ob der Empfang nun über Antenne, Kabel oder Satellit erfolgt. Programme in High Definition (HD) sind bei privaten Sendern aber oft Aufnahmebeschränkungen unterworfen. Manche Sendungen lassen sich überhaupt nicht aufnehmen, andere können aufgenommen, aber nicht vorgespult werden, wieder andere sind lediglich für eine gewisse Dauer abspielbar. Da hilft nur: ausprobieren.

Übrigens: Bei Bezahlplattformen wie Sky und Netflix verhindern die Sender eine Aufnahme auf andere Geräte als auf die von ihnen gestellten Receiver.

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Festplattenreceiver als Alternative zum USB-Recording?

Ist bei dir USB-Recording nicht möglich, bietet sich ein Festplattenreceiver als Alternative an: Diese Geräte werden an den Fernseher angeschlossen, empfangen TV-Programme und nehmen sie auf einer eingebauten Festplatte auf.

Es gibt Modelle für alle Empfangsarten – Kabel, Satellit oder Antenne. Die meisten besitzen mehrere Tuner, du kannst also problemlos einen Sender sehen und einen anderen (manchmal sogar mehrere) Sender aufnehmen. Speichergrößen von ein bis zwei Terabyte (TB) sind mittlerweile keine Seltenheit. Diverse Modelle beherrschen bereits den HD-Nachfolgestandard 4K.

Einige Anbieter wie Vodafone und Telekom stellen dir einen solchen Festplattenreceiver gegen eine monatliche Leihgebühr zur Verfügung. Auch bei Abschluss eines Sky-Abos wird meist ein Sky-Festplattenreceiver mitgeliefert.

USB-Recording: Preisgünstig, aber mit Einschränkungen

USB-Recording ermöglicht es dir, TV-Programme relativ unkompliziert und preisgünstig aufzunehmen. Allerdings muss dein Fernseher einige technische Voraussetzungen erfüllen, und gerade die privaten Sender setzen immer wieder Hürden vor den Seh-Genuss. In manchen Fällen lohnt sich daher die Anschaffung eines Festplattenreceivers. In allen anderen Fällen verpasst du dank USB-Recording aber nie wieder deine Lieblingssendung oder den spannenden Wochenkrimi.

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