Die Dienstreise oder das Austauschjahr der Tochter in Übersee – Videoanrufe verkürzen die Wartezeit bis zum Wiedersehen mit Partnern und Kindern. Ein Internetzugang und ein Tablet, Notebook oder Smartphone mit Kamera sind das Ticket hierzu. Im UPDATED-Ratgeber erfahren Sie alles über die Funktionen und Voraussetzungen von Skype, FaceTime & Co.. Schritt-für-Schritt-Anleitungen für den ersten Videochat sowie Tipps zu Verbindungsabbrüchen und Datenverbrauch sorgen für ein ungetrübtes Wiedersehen.

WhatsApp – plattformübergreifende Videotelefonie

Seit Ende 2016 bietet die beliebte Messenger-App mit über einer Milliarde Nutzern kostenlose Videochats für Android-Smartphones, iPhone und Windows Phone an.

Technische Voraussetzungen: Ohne eine jeweils kompatible Version des Smartphone-Betriebsprogramms (OS) und WhatsApp-Version geht nichts. Mindestens Android 4.1, iOS 8.0 oder Windows Phone 8.1 lauten die Voraussetzung für das Betriebssystem. Die Video-Call-Funktion ist seit der Android-Version 2.16.355, der iPhone-Version 2.16.17 und der Windows Phone-Version 2.16.308.0 fester Bestandteil des Messenger. Die WhatsApp-Einstellungen verraten die genutzte Version. Dazu unter Einstellungen > Über und Hilfe >Über nachsehen. WhatsApp-Neulinge erhalten die kostenlose App per Download im Google Play Store, im Microsoft Store oder im App Store von Apple. Im nächsten Schritt muss – falls noch nicht geschehen – der Zugriff der App auf die Kamera erlaubt werden. Für das iPhone lautet der Pfad Einstellungen > Datenschutz > Kamera. Beim Windows Phone muss die Kamera in Einstellungen > App-Berechtigungen aktiv geschaltet sein. Android-Nutzer werden bei der Update-Installation nach der Kamerafreigabe gefragt und können diese auch später noch erlauben.

Videoanrufe mit WhatsApp
WhatsApp ist einer der weltweit beliebtesten Messenger, die auch Videotelefonie bieten. (© 2017 picture alliance / dpa)

Jetzt fehlen nur noch Gesprächspartner. Besitzen Ihre Freunde und Bekannten WhatsApp und befinden sich entsprechende Telefonnummern im Telefonbuch des Handys, erscheinen sie automatisch in Ihren WhatsApp-Kontakten – und Sie können einen Videoanruf starten.

Der erste WhatsApp-Videoanruf: Für iPhone-Nutzer ist der Weg zum ersten Video-Call kurz. Ein Tippen auf das Kamera-Symbol im Kontakt oder Chat genügt. Android- und Windows-Phone-Nutzer tippen im Chat auf das Anruf-Symbol und wählen Videoanruf. Alternativ kann im WhatsApp-Startmenü in der oberen rechten Ecke über das kleine Telefon-Symbol mit dem Plus der Video-Call gestartet werden. Der Angerufene kann das Gespräch annehmen, ablehnen oder mit einer Nachricht beantworten. Im Gespräch funktionieren übrigens Front- und Rückkamera. Die Frontkamera bietet sich für den klassischen Video-Call von Angesicht zu Angesicht an. Die Rückkamera ist hervorragend geeignet, um dem Gesprächspartner etwas zu zeigen, was man selbst sieht. Beispielsweise einen Gegenstand beim Einkaufen oder die Wohnungseinrichtung. Möchte man zwischen den Kameraarten wechseln, genügt ein Fingertipp auf das Kamera-Symbol mit den sich drehenden Pfeilen. Das Handy selbst muss dabei nicht gedreht werden. Wurden alle Neuigkeiten ausgetauscht, wird der Videoanruf über das rote Hörer-Symbol beendet.

FaceTime – Video-Calls für Apple-Geräte

FaceTime ist empfehlenswert für Nutzer von Apple-Produkten wie iPad, iPhone, iPod touch und Mac, die untereinander einen schnellen Weg zur Videotelefonie wünschen. Die Besonderheit ist, dass ausschließlich Apple-Geräte untereinander FaceTime-fähig sind, nicht aber zu anderen Geräten wie Android-Handys. FaceTime ist gut in die Systemwelt integriert. Die kostenlose Videoanruf-Funktion von Apple ist ab dem iPhone 4, dem iPad 2, iPad Mini und dem iPod touch der vierten Generation ab Werk eingebaut. Beim Mac ist die Software-Version für die Nutzung von FaceTime entscheidend. Alle Macs mit der Softwareversion OS X10.6 oder höher, sind mit FaceTime kompatibel.

Videoanrufe mit FaceTime von Apple
FaceTime ist die Standard-Videotelefonie-Funktion von Apple. (© 2017 Apple)

Dabei können Videogespräche auch zwischen verschiedenen portablen iOS-Geräten und Macs geführt werden. Von iPad zu iPhone, iPod touch zu Mac oder von Mac zu Mac. Durch die Handoff-Funktion bzw. Continuity-Funktion können Video-Calls wie normale Telefongespräche an jedem beliebigen Apple-Gerät angenommen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Geräte mit demselben iCloud-Account eingeloggt sind und sich in der Nähe zueinander befinden. Für den Datenaustausch über FaceTime kann, sofern ein entsprechender Vertrag und eine SIM-Karte vorhanden sind, mit dem iPhone und dem iPad sowohl auf WLAN als auch auf den mobilen Datentarif zurückgegriffen werden. Wie auch bei den anderen hier vorgestellten Video-Chat-Apps, sollte im Mobilnetz jedoch ein genauer Blick auf den Datenverbrauch geworfen werden.

FaceTime starten: Die Funktion muss mit der Apple-ID – dem Benutzernamen für alle Apple-Dienste – und dem dazugehörigen Passwort in Einstellungen > FaceTime des Endgeräts aktiviert werden. Da FaceTime automatisch auf die Frontkamera und das Adressbuch zugreift, sind keine weiteren Voreinstellungen notwendig. Der Videoanruf wird über das Kamera-Symbol in den Kontakten oder durch die Eingabe von Telefonnummer oder Apple-ID-Mail-Adresse innerhalb der Funktion gestartet. Wichtige Voraussetzung für die Verbindung ist, dass auch der Gesprächspartner über eine Apple-ID verfügt. Auch FaceTime-Videoanrufe funktionieren sowohl über die Front- als auch die Rückkamera. Ein Wechsel der Kamera erfolgt über das kleine Kamera-Symbol mit den sich drehenden Pfeilen. Das Gespräch wird mit dem roten Hörer-Button beendet.

Skype – der Allrounder für Videoanrufe

Das kostenlose Skype stellt sich aber unter allen Programmen in puncto Kompatibilität am breitesten auf. Skype läuft auf Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen iOS, Android und auch Windows, jedoch nur unter Windows 10 oder einer höheren Software-Version. Aber auch mit Windows-Notebooks und Windows-PCs, Macs und Macbooks, dem iPod Touch, der Android-Smartwatch, der Apple Watch und der Xbox One ist dieses Video-Call-Programm kompatibel. Skype ist ein echter Allrounder. Wie bei WhatsApp lassen sich Daten und Textnachrichten austauschen. Ein großes Plus für Familien oder mehrere Freunde sind außerdem die Videoanrufe für mehrere Personen.

Skype einrichten: Das Programm muss für Endgeräte wie Laptop und Desktop-PC, Handy, Tablet oder auch die Xbox One heruntergeladen werden. Nach der Installation wird ein Skype-Nutzername gewählt, der für alle gewünschten Geräte genutzt werden kann. Die Chat-Protokolle und der Nachrichtenstatus werden mit allen von Skype unterstützten Geräten automatisch synchronisiert, sofern die Anmeldung mit demselben Skype-Nutzernamen geschieht. Um einen Gesprächspartner anzurufen, wird dessen Skype-Nutzername benötigt, der als Freund manuell der Kontaktliste hinzugefügt wird. Nach der Installation führt Skype Video- und Audiotests durch, um je nach Gerät die Funktionalität von integrierten Kameras und Mikrofonen, Webcams und externen Mikrofonen sicherzustellen. Stimmt alles, lässt sich der Videoanruf mit Klick auf den Skype-Nutzernamen der Kontaktperson > Videoanruf starten. Nimmt der Kontakt den Anruf an, erscheint sein Bild. Auch das Pausieren der Videofunktion ist während des Gesprächs möglich. Beendet wird das Gespräch durch einen Klick auf das rote Telefon-Symbol.

Videoanrufe auf dem Laptop mit Skype
Skype ist mit zahlreichen Geräten und Betriebssystemen kompatibel –ideal für den Video-Chat mit der gesamten Familie. (© 2017 AndreyPopov/Thinkstock)

“Skypen” zwischen Smartphone & Notebook: Eine Besonderheit bei Skype ist die Möglichkeit von Video-Calls zwischen Smartphone und Notebook/PC. Befindet sich der Handynutzer im WLAN, sind dem Video-Call keine Grenzen gesetzt. Je schneller und stabiler die Datenübertragung, desto höher ist auch die Qualität der Videos. Empfehlenswert für ruckelfreies “Skypen” ist daher 3G und besonders LTE, während die Übertragungsgeschwindigkeit von Edge für einen flüssigen Video-Call nicht ausreicht. Im Mobilnetz verbraucht der Handynutzer bei dieser Kombination jedoch bis zu 4,50 MB pro Minute. Zum Vergleich: Der Versand einer WhatsApp-Nachricht verbraucht 0,01 MB, der eines Bildes circa 3 MB. Ein fünfminütiges YouTube-Video kommt auf circa 25 MB. Wird Skype häufig im mobilen Netz genutzt, empfiehlt sich eine mobile Datenflat mit einem Volumen zwischen 3 und 5 Gigabyte.

Was tun bei Verbindungsproblemen während des Video-Calls?

Alternativen – Google Duo, Viber & Facebook Messenger

  • Google Duo ist eine kostenlose Videotelefonie-App, die von intuitiver Bedienung profitiert. Die erste Voraussetzung ist, dass jeder Teilnehmer im Besitz der App ist. Ähnlich wie bei WhatsApp reicht die Angabe der Telefonnummer, damit Android- und iPhone-Nutzer mit dem Video-Call starten können. Ein großer Vorteil ist die “Kuckuck”-Funktion, anhand welcher der Angerufene beim Klingeln den eingehenden Gesprächspartner sehen und entscheiden kann, ob er das Gespräch ablehnt oder annimmt.
  • Viber ist ein kostenloser Messenger für Android- und iOS-Smartphones, Tablets sowie Notebooks, der Videotelefonate unter Viber-Nutzern erlaubt. Ähnlich wie bei FaceTime und Skype ist auch die Videoübertragung zwischen Smartphones, Tablets und PC/Notebook möglich.
  • Facebook Messenger ist eine eigenständige Sofortnachrichten-App, die seit Kurzem Videotelefonie plattformübergreifend zwischen iOS-, Android- und Windows-Smartphones und Browsern ermöglicht. Der große Vorteil des Messengers ist die hohe Verbreitung der App. Bisher nutzen weltweit 600 Millionen Menschen den Facebook Messenger.


Der Gesprächspartner sieht verzerrt aus, seine Sätze sind abgehackt oder das Bild erscheint plötzlich wie eingefroren? Sobald die Dienste eine schwache Verbindung erkennen, wird die Qualität verringert. So kommt es zu ruckelnden und pixeligen Videosequenzen. Die Faustregel lautet: Je schneller und störungsfreier die Internetverbindung und , umso mehr Spaß macht der Videoanruf. Für eine zufriedenstellende Qualität werden für Uploads und Downstreams mindestens 128 Kbit/s benötigt. Empfehlenswert sind für die SD-Telefonie 300 Kbit/s. Es hakt trotzdem? Probieren Sie einmal diese Tipps aus:

  • Die Verbindung überprüfen. Bei Handys und Desktops kann die Leistung der Mobilfunkverbindung mit einer Geschwindigkeitstest-App überprüft und im Falle von Skype mit den erforderlichen Download- und Upload-Geschwindigkeiten direkt verglichen werden.
  • Am per Funknetz verbundenen PC hilft es häufig, diesen per LAN-Kabel mit dem Router zu verbinden oder – wenn möglich – näher an den WLAN-Router heranzurücken. Weitere Informationen dazu finden Sie in dem UPDATED-Ratgeber “WLAN schneller machen: 5 Tipps & Tricks für mehr Tempo”.
  • Alle weiteren offenen Anwendungen wie Webbrowser, Audio- und Videostreaming schließen.
  • Beide Gesprächspartner sollten immer die neueste Version der jeweiligen Software nutzen.

Fallen weitere Kosten für die Videotelefonie an?

Ein angenehmer Nebeneffekt der vorgestellten Videotelefonie-Dienste ist: Sie sind kostenlos. Allerdings können beim Video-Call über das mobile Datennetz Kosten entstehen, sobald das Datenvolumen des Handytarifs aufgebraucht ist und meist teures Volumen nachgebucht wird. Es hilft, Volumen und Tarifkonditionen im Blick zu behalten. Bei Android-Handys lässt sich das Datenvolumen mit den Bordmitteln überwachen. Hier wird unter Einstellungen > Drahtlos & Netzwerke ein Häkchen bei Mobile Datennutzung gesetzt und der Datennutzungszyklus festgelegt. So lässt sich verfolgen, wie viel Datenvolumen bereits in einem Monat verbraucht worden ist. Beim iPhone lässt sich der bisherige Datenverbrauch unter Einstellungen > Mobiles Netz anzeigen. Gezeigt wird jeweils der “aktuelle Zeitraum”. Damit ist der Zeitraum seit dem letzten Zurücksetzen der Statistik gemeint. Soll das Datenvolumen neu protokolliert werden, müssen innerhalb dieses Menüs ganz unten die Statistiken zurückgesetzt werden. Das Windows-Phone bietet mit der Bord-App Datenoptimierung ein praktisches Werkzeug, um das Datenvolumen einzusehen. Besondere Vorsicht gilt bei Video-Calls im Ausland, da durch die Nutzung ausländischer Mobilfunknetze teure Daten-Roaming-Gebühren entstehen.

Datenschlucker Video-Calls – Vorsicht im Mobilnetz

Video-Calls verbrauchen Daten. Was im heimischen WLAN meist kein Problem ist, sieht im mobilen Bereich anders aus. Mit diesem Datenverbrauch im Mobilnetz muss gerechnet werden – der Mobilfunkanbieter tut es auch. Zum Vergleich: Das Laden einer Webseite verbraucht circa 1 MB, das Versenden einer reinen Text-Mail benötigt 0,009 MB.

  • Skype mit PC: 2,25 MB pro Minute.
  • Skype mit Handy: 3,75 MB pro Minute.
  • Skype von Handy zu PC: 4,50 MB pro Minute.

Tipp: Soll Datenvolumen gespart werden, sollte auf das “Skypen” von Handy zu PC im mobilen Netz verzichtet werden. Alternativ kann der Videostream ausgeschaltet und nur über die Sprachfunktion von Skype kommuniziert werden.

  • FaceTime: 2 bis 4 MB pro Minute

Tipp: In der Anrufliste wird der Verbrauch exakt dokumentiert.

  • WhatsApp: 6,50 MB pro Minute.

Tipp: Damit verbraucht ein durchschnittlicher Video-Call von 60 Minuten circa 240 MB. Das bedeutet, dass bei Handyverträgen mit kleinen Inklusivvolumen von 500 MB bereits die Hälfte durch einen Videoanruf im mobilen Netz verbraucht wird. Das ist zu viel? Beim iPhone werden unter Einstellungen > Daten- und Speichernutzung mobile Daten für deaktiviert. Bei Android-Handys führt der Weg über Einstellungen > Drahtlos & Netzwerke > Datenverbrauch. Hier kann die mobile Datenübertragung sofort deaktiviert oder bestimmt werden, ab welcher Menge genutztem Datenvolumen die mobilen Daten ausgeschaltet werden sollen. Beim Windows-Phone wird in Einstellungen > Mobilfunk+SIM der Regler für die Datenverbindung auf Aus geschoben. Ist die mobile Datennutzung deaktiviert, ist natürlich dann auch keine Videotelefonie im mobilen Netz mehr möglich.

FaceTime hat mit dem geringsten Datenverbrauch im Mobilnetz die Nase vorn. Bei Skype hängt der Verbrauch von den genutzten Geräten ab. Bei WhatsApp spricht der noch hohe Datenverbrauch vor allem bei kleinen Datenpaketen für die WLAN-Nutzung.

Die Welt rückt mit Videoanrufen zusammen

Videotelefonie ermöglicht es, am Leben anderer auch über große Entfernungen teilzuhaben. Ob die Wahl dabei auf WhatsApp, Skype, FaceTime oder eine Alternative fällt, hängt von den genutzten Geräten, Systemen und den persönlichen Vorlieben ab. Alle Programme lindern die Sehnsucht, stärken die Kommunikation und steigern die Vorfreude auf das Wiedersehen – dank Flatrate und einem genauen Blick auf die Mobilnutzung ganz ohne Nebenwirkungen.

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