Du hast deine Videokamera bei bestimmten Anlässen immer griffbereit. Ob kurze Videos im Urlaub, auf einer gelungenen Party oder bei einer Familienfeier – deine Filme sorgen für schöne Erinnerungen. Doch allzu häufig geht bei den Aufnahmen etwas schief. Entweder passiert am Anfang lange nichts oder du hast unpassende Kommentare mit aufgezeichnet. Oft wäre es zudem schön, statt mehreren kurzen lieber ein längeres Video zu haben. UPDATED stellt Programme für Windows 10 vor, mit denen du Macken in deinen Filmchen ausbügelst und mehrere Clips zu einem Video zusammenführst.

Avidemux: Übersichtlich und kostenlos

Was ist Avidemux? Avidemux ist ein regelmäßig aktualisiertes, schlankes Videoschnittprogramm mit vielfältigen, aber einfach zu nutzenden Funktionen für erste Versuche mit Videoschnitt.

Das kann Avidemux: Avidemux eignet sich gut, um Filme von Smartphones oder Digitalkameras zu bearbeiten. Die Software ist Open Source, darf also von jedermann kostenlos genutzt werden. Das Video-Werkzeug beherrscht die Verarbeitung der gängigen Dateiformate, darunter AVI, MP4 und MKV.

Screenshot Avidemux
Das kostenlose Programm „Avidemux“ bietet zahlreiche Filterfunktionen, die sich über Schiebe-oder Drehregler steuern lassen. Die Auswirkungen sind über die Vorschau direkt überprüfbar. (© 2018 Avidemux / Screenshot / UPDATED)

So funktioniert Avidemux: Das zu bearbeitende Video lässt sich über das Menü Ansicht leicht in unterschiedlichen Größen darstellen. Die Clips schneidest du mit den unter Video > Zeitleiste angezeigten Tools. Damit markierst du nicht gelungene oder langweilige Passagen und entfernst diese per Mausklick. Ebenfalls per Knopfdruck speicherst du einzelne Frames des Videos direkt als Bild ab.

Etwas versteckt ist der Video-Filter-Manager, eine der Stärken des Programms. Du findest ihn unter Video-Codec > Filter oder in der Leiste am oberen Bildschirmrand hinter Video > Filter sowie mit der Tastenkombination Strg + Alt + F. Die zahlreichen verfügbaren Filterfunktionen laden zum Experimentieren ein. Veränderungen lassen sich in einer Vorschau direkt überprüfen.

Mit Avidemux fügst du einem Video bis zu vier Tonspuren hinzu. Beim Anschauen wählst du dann die Passende aus, ähnlich wie bei mehrsprachigen DVDs. Die Anleitung für Avidemux steht nur auf Englisch zur Verfügung. Das eigentliche Programm gibt es aber auch mit deutschsprachigem Menü.

Der große Vorteil von Avidemux: Bild- und Tonspur lassen sich leicht trennen. Du speicherst beide getrennt ab und kannst sie dann einzeln bearbeiten.

Hier kannst du Avidemux herunterladen.

Shotcut: Anpassbar und für viele Formate

Was ist Shotcut? Shotcut ist ein schlankes Videoschnittprogramm, das eine Vielzahl von Dateiformaten unterstützt.

Das kann Shotcut: Shotcut ist eine kostenlos nutzbare Open-Source-Software, die leicht zu bedienen ist. Einsteiger unterstützt eine Reihe informativer Video-Tutorials. Die Portable-Version von Shortcut kannst du auf einen USB-Stick speichern und dann an unterschiedlichen Rechnern nutzen.

Eine der Stärken von Shotcut ist die breite Palette an unterstützten Video- und Audio-Formaten. Neben Videodateien von der Festplatte gehören dazu Streams in den Formaten HTTP, RTMP, RTSP, HLS, UDP und MMS. Auch Aufnahmen der Webcam kannst du damit direkt einlesen und bearbeiten. Bei Shotcut schneidest du Videos im Ausgangsformat. Dadurch bleibt die ursprüngliche Qualität erhalten. Fertige Videos lassen sich in nahezu jedem bekannten Format speichern.

Screenshot Shortcut
Das Programm „Shotcut“ ist kostenlos und punktet durch die zahlreichen unterstützten Formate. Clips lassen sich einfach zu einem Film zusammenfügen. (© 2018 Shotcut / Screenshot / UPDATED)

So funktioniert Shortcut: Auf den ersten Blick erscheint die Oberfläche von Shotcut unvollständig. Das ist aber Absicht der Entwickler und erlaubt es dir nach einer kleinen Eingewöhnungszeit, das Programm nach deinen Wünschen anzuordnen. Auch dabei helfen die Erklärvideos. Wer lieber anhand gängiger Vorgaben arbeitet, wählt eines der angelegten Profile aus.

Am rechten Rand der unteren Werkzeugleiste findest du eine Zoom-Funktion. Mit ihr lassen sich die darunter angeordneten Spuren in Längsrichtung dehnen oder zusammenstauchen. So bekommst du entweder detaillierten Einblick, um dir genau das Einzelbild herauszusuchen, an dem der Schnitt erfolgen soll, oder einen besseren Überblick über das Gesamtprojekt.

Mit Speichern sicherst du das aktuell bearbeitete Video im programmeigenen Format MTL XML mit der Dateiendung „mtl“. Das lässt sich mit herkömmlichen Videoplayern nicht abspielen. Gespeichert wird das fertige Werk über den Button Exportieren. Daraufhin öffnet sich ein Auswahlmenü für Parameter wie Format, Auflösung und Seitenverhältnis. Profis können sie ändern, für Einsteiger empfiehlt es sich, die Vorauswahl zu übernehmen.

Ein weiterer Klick auf Datei exportieren unter der Auswahlliste öffnet den Explorer und erlaubt dir, das Video im Ordner deiner Wahl abzuspeichern. Da das Video erst dann in das gewählte Format umgewandelt wird, dauert das Abspeichern eine Weile. Den Fortschritt kannst du im Hauptfenster der Oberfläche oben rechts verfolgen.

Der große Vorteil von Shotcut: Kaum ein anderes kostenloses Programm bietet eine vergleichbar breite Formatunterstützung und derart umfassende Streaming-Funktionen.

Hier kannst du Shotcut herunterladen.

Tipp: Am PC und einem großen Bildschirm geht das Bearbeiten von Videos naturgemäß besser und einfacher. Mit den Android-App-Empfehlungen von UPDATED kannst du aber auch „Smartphone-Videos schneiden und bearbeiten“, während sich iPhone-Besitzer im Ratgeber „iPhone-Videos bearbeiten“ informieren.

Free Video Editor: Nur kostenpflichtig gut

Was ist Free Video Editor? Free Video Editor hat eigentlich den falschen Namen. Die tatsächlich kostenlose Version ist bei wichtigen Funktionen so eingeschränkt, dass sie wenig Spaß macht. Bei vielen Aktionen muss das Einfügen eines digitalen Wasserzeichens in Kauf genommen werden. Das prangt dann groß in der Mitte des geschnittenen Videos.

Das kann Free Video Editor: Für 19 US-Dollar gibt es eine Jahreslizenz, für 29 US-Dollar eine unbegrenzt gültige Lizenz. Wer die bezahlt, bekommt ein einfach nutzbares und übersichtliches Programm für den Videoschnitt. Filter und Korrekturmöglichkeiten fehlen jedoch.

Screenshot Free Video Editor
Beim Programm „Free Video Editor“ hast du den Clip, die Audiospur, die Videospur und die vorhandenen Werkzeuge gleichzeitig im Blick. (© 2018 Free-Video-Editor / Screenshot / UPDATED)

So funktioniert Free Video Editor: Bei Free Video Editor steht die einfache Bedienung im Vordergrund. Videos ziehst du einfach auf die Bearbeitungsfläche. Danach schneidest du die Clips mit wenigen Mausklicks. Dazu wählst du die zu entfernenden Teile mit der grünen Schere in der Werkzeugleiste aus. Dadurch wird der Anfangsmarker gesetzt. Der nächste Klick setzt den Endmarker. Welcher gerade aktiv ist, zeigt die nach rechts oder links geöffnete eckige Klammer neben der Schere an. Mit einem Klick ist die getroffene Auswahl auch umkehrbar: Dann behältst du nur den ausgewählten Bereich und schneidest den Rest weg.

Videos lassen sich auch per Klick um jeweils 90 Grad drehen. Das ist für Smartphone-Videos praktisch. Zwischen der Video-Zeitleiste und dem Video wird eine wellenförmige Audio-Zeitleiste angezeigt. Auch das hilft, den exakten Schnittzeitpunkt zu finden. So identifizierst du leicht Videopassagen, in denen nicht gesprochen wird oder bei denen abgehackte Geräusche für einen unnatürlichen Übergang sorgen würden.

Die von Free Video Editor unterstützten Formate sind AVI, MKV, MP4, MPG, 3GP, MP4, WMV und WebM. Damit sind die wichtigsten abgedeckt. Für die Ausgabe lassen sich kurze Sequenzen auch als GIF abspeichern. Free Video Editor schneidet, ohne das Video neu zu enkodieren, und vermeidet so Qualitätsverlust.

Der große Vorteil von Free Video Editor: Das Programm ist einfach zu bedienen. Es hilft in der kostenpflichtigen Version zuverlässig, Videos schnell zu schneiden und in guter Qualität abzuspeichern.

Hier kannst du Free Video Editor herunterladen.

MovieCut: Videoschnitt mit einem Klick

Was ist MovieCut: MovieCut ist ein kostenpflichtiges Videoschnittprogramm der deutschen Firma Abelssoft. Es wird für 29,90 Euro angeboten und punktet mit einfacher Bedienung.

Das kann MovieCut: Einfache Bedienung steht bei allen Lösungen von Abelssoft im Vordergrund. Das gilt auch für MovieCut. Rechts neben dem zu bearbeitenden Video hast du nahezu alle Funktionen im Direktzugriff.

Screenshot MovieCut
Das Programm „MovieCut“ bietet zusätzlich zu den Basisfunktionen mit Bild-Overlay und YouTube-Upload ein paar Extras. (© 2018 MovieCut / Screenshot / UPDATED)

So funktioniert MovieCut: Die Markierungen für die Schnittstellen setzt du bei MovieCut einfach per Mausklick. Helligkeit und Kontrast lassen sich über Schieberegler anpassen. Das Ein- und Ausblenden zu Beginn oder am Ende des Videos ist mit zwei Klicks möglich. Das Auswählen der Zeitspanne und des Modus reichen dazu schon aus.

Einzelne Bilder sind mit einem Tastendruck aus dem Video extrahiert. Der Direktzugriff, um die Tonspur zu löschen oder zu ersetzen, findet sich links von der Zeitleiste. Dort wird einfach eine andere Audiodatei als Tonspur hochgeladen. Alternativ aktiviert ein Klick auf das Mikrofon-Symbol die Aufnahmefunktion.

Ein interessantes Extra ist die Funktion Bild-Overlay. Mit ihr wird ein Logo oder ein beliebiges anderes Bild in das Video eingebaut. Das geht in jeder Ecke oder in der Mitte des Bildes.

YouTube-Nutzern erleichtert MovieCut das Leben durch die Funktion zum direkten Upload. Sie findet sich in der Werkzeugleiste ganz unten rechts. Ein Klick genügt auch hier – und MovieCut bereitet das Video für den Upload vor und fügt die Tonspur hinzu. Im daran anschließenden Pop-up werden lediglich noch Nutzername und Passwort sowie die gewünschten Tags eingetragen.

Der große Vorteil von MovieCut: Wer Videos vor allem schnell schneiden und sie nur grundlegend bearbeiten möchte, findet hier eine interessante Alternative. Extras sind Bild-Overlay mit einem Klick und direkter YouTube-Upload.

Hier kannst du MovieCut herunterladen.

Lightworks: Profiwerkzeug für jedermann

Was ist Lightworks: Die kostenpflichtige Variante von Lightworks nutzen auch Profis in Hollywood. Für die private Nutzung ist Lightworks nach einer Registrierung kostenlos. Die Preise für die Bezahlversionen liegen zwischen 14,99 und 339 US-Dollar. Sie erlauben mehr Exportformate, höhere Auflösung und gemeinsames Arbeiten an Projekten.

Das kann Lightworks: Lightworks kann nicht nur schneiden, sondern hilft auch bei der Bearbeitung von Videos und dem Einfügen von Spezialeffekten. Stärken hat es vor allem, wenn mehrere Videos kombiniert und angeglichen werden sollen.

Screenshot Lightworks
Mit dem Programm „Lightworks“ behältst du auch in komplexen Projekten mit vielen Clips den Überblick. (© 2018 Lightworks / Screenshot / UPDATED)

So funktioniert Lightworks: Nach dem Download von Lightworks empfiehlt sich zunächst der als Video verfügbare Quick-Start-Guide. Er dauert acht Minuten, spart aber später viel Zeit bei der Suche nach Funktionen, von denen es sehr viele gibt. Sie stehen immer im passenden Zusammenhang zur Verfügung, ihre Bezeichnungen erschließen sich Laien aber teilweise nur schwer.

Beim Videoschnitt spielt Lightworks seine Herkunft aus dem Profibereich besonders dann aus, wenn du mehrere Clips oder viele Teile einzelner Videos kombinieren willst. Dabei bewähren sich die Ansichten der einzelnen Sequenzen nebeneinander. Nach dem groben Schnitt helfen die Tools in der Kategorie VFX, die Spezialeffekte, beim Feinschliff der Übergänge.

Selbst zur Bearbeitung der Audiospuren stehen zahlreiche Werkzeuge bereit. Hilfreich für Einsteiger ist, dass nach einzelnen Klicks an der richtigen Stelle das Programm oft schon komplexe Arbeitsschritte selbstständig ausführt. Anpassungen sind für Fortgeschrittene danach meist noch möglich. Lightworks exportiert Dateien mit wenigen Klicks zu YouTube.

Der große Vorteil von Lightworks: Selbst komplexe Projekte mit einer Vielzahl einzelner Clips sind kein Problem. Profis wissen das zu schätzen. Wer jedoch nur gelegentlich Videos bearbeitet, den kann die Komplexität leicht verwirren.

Hier kannst du Lightworks herunterladen.

Fazit: Die eigenen Filme komfortabel bearbeiten

Wer einmal die einzelnen Videos aus dem Urlaub um misslungene Sequenzen bereinigt oder mehrere Clips zu einem kurzen Film zusammengestellt hat, weiß, wieviel Spaß Videoschnitt macht. Mit den vorgestellten Programmen kannst du deine Vorlieben umsetzen, egal ob du eine schnelle Folge sportlicher Highlights präsentieren oder von einem Panoramaschwenk über traumhafte Landschaften zum nächsten überblenden willst. Du kannst deine eigenen Filme auch mit Kommentaren ergänzen oder zu dunkle Passagen aufhellen, Kontraste verbessern und den Farbton anpassen. Mit den hier vorgestellten Programmen für Windows 10 kannst du mit einfachen Aufgaben anfangen und dich allmählich intensiver mit Videoschnitt und Videobearbeitung beschäftigen.