Manchmal sollte es schnell gehen: Sie haben keine saubere Bettwäsche mehr im Schrank, bekommen aber Besuch und wollen das Gästebett noch am selben Abend beziehen. Somit können Sie nicht tagelang warten, bis es auf der Leine vollständig getrocknet ist. Zum Glück gibt es Wäschetrockner, die Ihre Wäsche schon innerhalb einer Stunde oder weniger schranktrocken bekommen – vorausgesetzt, sie funktionieren einwandfrei. Falls Ihre Wäsche nicht dem eingestellten Programm entsprechend aus dem Trockner kommt, sondern noch zu feucht ist oder das Gerät gar nicht mehr startet, brauchen Sie nicht zwangsweise den Techniker ins Haus holen. UPDATED verrät Ihnen, welche Ursachen ein defekter Wäschetrockner haben kann und welche Lösungen es für dieses Problem gibt, die Sie selbst in Angriff nehmen können.

Wäschetrockner trocknet nicht – haben Sie eine falsche Einstellung gewählt?

Kontrollieren Sie als Allererstes, ob die mangelnde Trockenwirkung vielleicht an der Einstellung liegt. Ein Trockner hat in der Regel verschiedene Trockenstufen, darunter “Bügelfeucht”, “Schranktrocken” und “Extratrocken”. Um Energie zu sparen, kann es Sinn machen, eine kürzere Trocknungszeit zu wählen, doch dann kann es vorkommen, dass die Wäsche nach Beendigung des Vorgangs noch klamm ist. Die Bezeichnung “Schranktrocken” ist dabei manchmal ein wenig verwirrend, da die Kleidung auf dieser Stufe oft noch ein wenig feucht ist, sodass Sie diese zwar bedenkenlos in den Schrank legen können, aber eben noch nicht anziehen möchten. Prüfen Sie also zunächst, ob die gewünschten Ergebnisse schon mit einer höheren Trockenstufe erreicht werden können.

Wäschetrockner trocknet nicht – sind Wäscheflusen Schuld?

Wenn Ihr Wäschetrockner Ihre Kleidung gar nicht mehr oder nicht in dem gewünschten Maße trocknet, obwohl die Einstellungen stimmen, heißt das nicht zwangsweise, dass etwas an dem Gerät kaputt ist. Im Laufe der Zeit sammeln sich Wäscheflusen im Trockner, die das Sieb verstopfen können oder sich vor Sensoren verfangen und somit die Funktion des Wäschetrockners einschränken. So gehen Sie vor, um zu prüfen, ob Flusen der Grund für die mangelnde Trockenwirkung des Geräts sind und um diese zu entfernen.

1. Flusensieb reinigen

Dreckiges Flusensieb
Das Flusensieb des Wäschetrockners bedarf einer regelmäßigen Reinigung. (© 2017 Laurentiu Iordache/Fotolia)

Das Flusensieb des Wäschetrockners sollte regelmäßig gereinigt werden, spätestens nach drei Trocknungsvorgängen – und nicht erst, wenn der Trockner anzeigt, dass das Sieb voll ist. So gehen Sie vor:

  1. Sie finden das Sieb bei nahezu allen Modellen unterhalb der Trocknertür im Rahmen innerhalb der Maschine. Seltener ist es direkt in die Tür integriert. Ziehen Sie das Sieb einfach heraus und klappen es auf, sollte Ihr Modell über eine Klappvorrichtung verfügen.
  2. Zum Reinigen können Sie eine weiche Bürste oder einfach Ihre Hände benutzen, die Sie vorher leicht anfeuchten sollten – dann verfangen sich die Flusen besser an Ihren Fingern.
  3. Kontrollieren Sie das Sieb im Anschluss auf Löcher oder Brüche im Rahmen. Sollten Sie Beschädigungen vorfinden, tauschen Sie das Flusensieb gegen ein neues aus dem Fachhandel aus.
  4. Achten Sie abschließend auch auf den Türrahmen und die Türdichtung. Hier verfangen sich ebenfalls gerne Wäscheflusen.

2. Temperaturfühler reinigen

Der Temperaturfühler ist für die Übermittlung der richtigen Temperatur an den Trockner verantwortlich. Sollten sich Wäscheflusen an ihm verfangen haben, kann es sein, dass der Trockner den Trocknungsvorgang vorzeitig abbricht. Sie finden den Fühler zumeist im vorderen Teil des Geräts in der Nähe des Flusensiebs. Suchen Sie hier nach einer metallenen Erhebung, die in Kunststoff eingefasst ist und oft einer Knopfbatterie ähnlich sieht. Es empfiehlt sich, den Fühler mit einem weichen Lappen zu reinigen.

3. Kondensator reinigen

Sollten Sie einen Kondenstrockner besitzen, der im Gegensatz zum Ablufttrockner mit einer Technik zum Sammeln des Wassers ausgestattet ist, ist es wichtig, ab und zu den Kondensator zu reinigen. Dieser verbirgt sich zumeist hinter einer Klappe im unteren Bereich der Vorderseite. Wenn Sie diese Klappe aufdrücken oder -schrauben (je nach Mechanismus), können Sie den Kondensator ohne weitere Hilfsmittel herausziehen und die Lamellen entweder mit einem Fön auf stärkster Stufe oder mithilfe von Wasser in der Badewanne von Wäscheflusen befreien.

Wäschetrockner zu voll beladen?

Überfüllter Wäschetrockner
Befüllen Sie die Trommel nicht zu stark, sonst kann die Wäsche klamm aus dem Trockner kommen. (© 2017 SVproduction/Thinkstock)

Jedem Trockner liegt eine Bedienungsanleitung bei, auf der die maximale Beladungsmenge an feuchter Wäsche vermerkt ist. Diese liegt in der Regel zwischen drei und neun Kilo. Diese sollten Sie auf keinen Fall überschreiten, sonst kann es dazu kommen, dass die Wäsche trotz eines langen Trockenvorgangs noch klamm ist, denn die heiße Luft im Inneren der Trommel kann nicht so zirkulieren wie es nötig wäre. Außerdem entsteht ein weiterer unliebsamer Nebeneffekt: Die Wäsche wird faltiger, wenn sie in der Trommel nicht genug Platz hat, um sich im wahrsten Sinne des Wortes zu entfalten.

Hat sich der Wäschetrockner überhitzt?

Wenn Sie mehrere Trocknungsvorgänge hintereinander vornehmen, kann es sein, dass die Maschine überhitzt und im Anschluss nicht mehr richtig trocknet. Haben Sie diese Befürchtung, da sich das Gerät schon durch die Verkleidung hindurch heißer als sonst anfühlt, schalten Sie den Trockner aus und warten Sie drei Stunden, bis das Gerät wieder völlig erkaltet ist. Versuchen Sie dann, einen neuen Vorgang zu starten.
Liegt keine Verbesserung vor, kontrollieren Sie auch, ob eine Sicherung des Trockners durchgebrannt ist. Diese liegen meist hinter der Trommel, der Platz variiert aber von Gerät zu Gerät. Schauen Sie also in Ihre Bedienungsanleitung, wo sich die Sicherungen befinden, nehmen Sie den Trockner vom Strom und tauschen Sie bei Bedarf die defekte Sicherung aus.

Hat der Wäschetrockner einen technischen Defekt?

Techniker am Wäschetrockner
Manchmal kann nur noch ein Fachmann helfen, um den Wäschetrockner wieder in Gang zu bringen. (© 2017 AndreyPopov/Thinkstock)

Wenn die bisherigen Maßnahmen keine Verbesserungen gebracht haben, prüfen Sie, soweit es Ihnen möglich ist, ob ein technischer Defekt vorliegen könnte. So können Sie leicht selbst mögliche Fehlerquellen prüfen:

Nehmen Sie den Wäschetrockner zuerst vom Stromnetz, bevor Sie weitergehende Untersuchungen vornehmen.

  • Testen Sie, ob sich die Trommel vollständig drehen lässt. Das ist wichtig, sonst lässt die Trockenwirkung nach oder das Programm startet gar nicht erst. Falls die Trommel klemmt, hat sich vielleicht ein Gegenstand dahinter verhakt. Diesen können Sie entfernen, wenn Sie die Schrauben der Verkleidung lösen und die Trommel von Außen betrachten. Schauen Sie dafür in die Betriebsanleitung des Gerätes. Auch der Keilriemen könnte beschädigt sein. Diesen können Sie mithilfe der Gebrauchsanweisung ebenfalls selber wechseln, das erfordert jedoch handwerkliches Geschick.
  • Besitzen Sie einen Ablufttrockner, kontrollieren Sie, ob der Abluftschlauch an der Rückseite des Gerätes beschädigt oder stark verschmutzt ist und tauschen Sie ihn notfalls aus. Diesen können Sie in der Regel einfach aus dem Trockner herausdrehen und ihn in entgegengesetzter Richtung auch wieder hineindrehen. Verschmutzungen lassen sich gut entfernen, indem Sie das Rohr Ihres Staubsaugers in den Schlauch halten und Flusenknäuel oder ähnliche Dinge heraus saugen.

    Was darf in den Wäschetrockner und was nicht?

    Nicht jede Art von Kleidung eignet sich für den Wäschetrockner. Ob Sie ein Kleidungsstück bedenkenlos trocknen können, erfahren Sie auf dem Pflegeetikett Ihrer Textilien. Dort finden Sie einen Kreis, der in ein Quadrat gedruckt wurde. Das ist das generelle Trocknersymbol. Wenn dieses mit einem Kreuz durchgestrichen ist, sollten Sie das Kleidungsstück nur auf der Wäscheleine an der Luft trocknen. Befindet sich ein Punkt in dem Kreis, sollten Sie die Wäsche im Schongang bei niedriger Temperatur trocknen. Bei zwei Punkten im Kreis können Sie Ihr Outfit bedenkenlos im Wäschetrockner trocknen.

  • Kontrollieren Sie ebenfalls die Türdichtung, die Sie erkennen können, ohne den Trockner in seine Einzelteile zu zerlegen. Wenn während des Trocknungsvorgangs Wasser oder Hitze aus der Tür austritt oder diese aufgrund einer verformten Dichtung schlecht schließt, ist dies ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Türdichtung beschädigt ist. Zur Installation einer neuen Sichtfensterdichtung halten Sie sich an die Gebrauchsanweisung Ihres Gerätes.

Falls der Trockner gar keine Wärme mehr abgibt, kann ein Heizelement kaputt sein oder die Elektronik weist eine Störung auf. Bei solchen Defekten kann oft nur ein Fachmann weiterhelfen.

Defekte lassen sich oft wieder beheben

Wenn Ihr Wäschetrockner nicht mehr richtig trocknet, muss das noch lange keine Neuanschaffung nach sich ziehen. Denn meistens hat das Gerät nur ein Problem, das sich wieder beheben lässt. Die falsche Einstellung, ein volles Flusensieb, eine zu volle Beladung oder eine Überhitzung sind die gängigsten Ursachen. Um dem Problem auf die Schliche kommen zu können, sollten Sie sich Zeit nehmen, die Symptome an der Maschine zu beobachten. Das kann im Endeffekt viel Geld sparen.

 

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