Eigentlich wollten Sie nur eine Ladung Wäsche waschen. Doch kaum haben Sie die Waschmaschine angestellt, riecht es plötzlich verbrannt. Können Sie trotzdem mit der Wäsche fortfahren? UPDATED sagt Ihnen, welche Ursachen der Geruch haben könnte und wie Sie darauf reagieren sollten.

Bei Brandgeruch sofort abschalten

“Waschmaschine riecht verschmort” bedeutet: Schalten Sie das Gerät sofort ab und trennen es vom Stromnetz. Diese Maßnahme ist unbedingt nötig, um eine unklare, aber potenziell gefährliche Situation zu entschärfen. Beispielsweise können heiße Teile brechen, abreißen oder einen Brand innerhalb der Maschine verursachen.

Ohne Strom kann sich die Waschmaschinen-Störung nicht ausweiten
Sicherheit geht vor: Den Stecker zu ziehen ist die beste Sofortmaßnahme bei einer verbrannt riechenden Maschine. (© 2017 Artranq/Thinkstock)

Im Zweifel muss der Fachmann ran

Eine Waschmaschine ist eine komplexe Konstruktion. Die genaue Fehlersuche und die gezielte Reparatur ist etwas für den Fachmann. Er kann beurteilen, was genau zum Brandgeruch geführt hat. Mit seinen Fachkenntnissen ist der Techniker außerdem in der Lage, im Nu einzuschätzen, ob eine Reparatur möglich ist und sich überhaupt lohnt. Beispielsweise ist das bei einem Motor- oder Platinenschaden eines älteren Geräts sehr fraglich. Sie können aber durch eigene Maßnahmen wie die Geruchsidentifikation und Sichtkontrolle Anhaltspunkte für die Problemquelle finden. Das ist für den Techniker eine gute Hilfe bei der Beurteilung des Schadens.

Problemquelle durch Geruchsidentifikation und Sichtkontrolle eingrenzen

Geruch identifizieren: Versuchen Sie, den Geruch zu lokalisieren und zu identifizieren. Das ermöglicht Rückschlüsse auf die Lage des Problems und beteiligte Komponenten:

  • Riecht es metallisch, könnten Lager betroffen sein. Ein unregelmäßiger Lauf der Waschtrommel, verbunden mit polternden Geräuschen, wäre ein weiterer Hinweis darauf.
  • Riecht es nach verschmortem Gummi, könnte dies an Dichtungen oder Gummilagerungen/-aufhängungen liegen.
  • Riecht es hingegen nach erhitztem oder geschmolzenem Kunststoff? Kunststoff findet sich im Innenleben der Waschmaschine hauptsächlich als Isoliermaterial der Kabel, als Stecker-Ummantelung oder als Basismaterial für die Steuerplatine.
  • Ist der Geruch keiner Kategorie zuzuordnen, liegt er möglicherweise daran, dass das Gerät innen stark verschmutzt ist. Dicke, erhitzte Schmutzablagerungen können ebenfalls Brandgeruch verursachen.

Sichtkontrolle durchführen: Wenn Sie es sich handwerklich zutrauen, führen Sie als Nächstes eine Sichtkontrolle durch. Öffnen Sie dafür die Maschinenverkleidung.

Achtung: Stellen Sie vorher unbedingt noch einmal sicher, dass das Gerät komplett vom Stromnetz getrennt ist!

Welche Klappe Sie nun öffnen, hängt stark vom Waschmaschinenmodell ab. Bei einigen Frontladern reicht das Entfernen des Deckels, bei anderen müssen Sie aufwendig die Frontseite entfernen. Bei Topladern ist es oft eine der Seitenwände. Schauen Sie dazu ins Bedienungshandbuch.

Bei verbrannt riechenden Waschmaschinen hilft ein Blick in die Maschine bei der Problemsuche
Eine Sichtkontrolle gibt oft wichtige Hinweise auf die Störungsquelle. (© 2017 Jovanmandic/Thinkstock)

Ist das Gerät geöffnet, können Sie erneut versuchen, durch Riechen den Ursprungsort des Brandgeruchs festzustellen. Suchen Sie außerdem nach Überhitzungsspuren. Dazu gehören etwa schwarze oder bräunliche Verfärbungen, ungewöhnliche Formveränderungen, Schmelzspuren an Gummis und Kunststoffen oder Abplatzungen/Blasen bei Lackierungen.

Brandiger Geruch kann viele Ursachen haben

Waschmaschinen müssen viel aushalten. Kiloschwere Waschladungen und Schleudern bei hohen Umdrehungen bringen enorme Belastungen für Bauteile und Materialien. Faktoren wie Wasser/Feuchtigkeit und Strom müssen sicher nebeneinander laufen, Metall wirkt mit Gummi zusammen, ohne es beschädigen zu dürfen. Die Feststellung “Waschmaschine riecht verbrannt” kann dementsprechend viele Ursachen haben. Hier geben wir Ihnen einige Beispiele:

So verhindern Sie Überhitzungsschäden durch Überladung

Brandgeruch entsteht nicht selten durch Überlastung der Waschmaschine infolge einer zu voll geladenen Waschtrommel. Das erkennen Sie beispielsweise an einer wandernden Maschine, erhöhter Lautstärke beim Betrieb oder kaum rotierender Wäsche. Beachten Sie deshalb die Maximallast.

Als Richtlinie können Sie beispielsweise das Fassungsvermögen eines handelsüblichen Wäschekorbs nehmen. Es liegt bei zirka 6 Kilo und damit innerhalb des Bereichs der meisten Geräte für Privathaushalte. Vermeiden Sie es, die Trommel mit Gewalt vollzustopfen, und lassen Sie lieber etwas Freiraum. Die Hersteller empfehlen als maximale Befüllung ein Maß von vier Fünfteln mit normaler Baumwollwäsche.

Beachten Sie auch, dass bestimmte Textilien, etwa dicke Stoffe oder Gewebe wie Gardinen, sehr schwer werden, wenn sie Wasser aufnehmen. In dem Fall empfiehlt es sich sogar, nur mit halber Trommelfüllung zu waschen.

  • Verbrannter Geruch durch trockenes Heizen: Normalerweise zieht die Maschine vor dem Waschgang Wasser, das von Heizstäben auf die gewünschte Temperatur gebracht wird. Sollten Sie vergessen haben, den Wasserhahn zu öffnen, bekommt die Maschine kein Wasser, aber die Heizstäbe könnten trotzdem arbeiten. Dann liegt ein sogenanntes trockenes Heizen vor, das einen brenzligen Geruch erzeugen kann. Bei geknickten/verstopften Zulaufschläuchen, einer defekten Pumpe oder anderen Ursachen für eine gestörte Wasserzufuhr kann das ebenfalls passieren.
  • Besondere Geruchsursachen bei Neugeräten: Schmorgeruch bei einer neuen Waschmaschine kann entstehen, wenn sich der Elektromotor einschleift. Es gibt außerdem diverse Bauteile mit einer Schutzschicht, beispielsweise gegen Korrosion. Auch wenn diese erhitzt wird oder verbrennt, riecht es verschmort. In beiden Fällen ist der Geruch normal und kein Hinweis auf ein Problem. Eine weitere Geruchsursache bei Neugeräten könnten vergessene Teile der Transportsicherung sein. Eine Waschmaschine hat viele bewegliche Teile, die der Hersteller teilweise mit speziellen Elementen fixiert. Diese Transportsicherungen sollen eventuellen Schäden durch unerwünschte Bewegungen bei Transport und Lagerung vorbeugen. Für die Inbetriebnahme sind sie komplett zu entfernen. Vergessene oder in das Gerät gefallene Sicherungen können sich verklemmen und bei laufender Maschine mitgeschleift werden. Das verursacht dann den verbrannten Geruch.
  • Waschmaschine riecht verbrannt durch Überladung: Jede Waschmaschine verfügt über eine Obergrenze des Gewichts, mit dem Sie die Trommel beladen dürfen. Halten Sie diese unbedingt ein, weil eine Überladung zu vorzeitigem Verschleiß und zu Beschädigungen führen kann. Wenn Sie häufig zu viel auf einmal waschen, verursacht das eine Überlastung des Antriebsmotors, des Trommellager oder des Antriebsriemens. Ein heiß gelaufener Motor, überhitzte und schleifende Lager oder ein Antriebsriemen, der wegen Überladung durchrutscht und dadurch heiß wird, sorgen naturgemäß für eine verbrannt riechende Waschmaschine.
Brandgeruch bei der Waschmaschine infolge einer zu schweren Waschladung
So lieber nicht: Überladene Waschtrommeln können das Gerät schädigen. (© 2017 KatarzynaBialasiewicz/Thinkstock)

Nehmen Sie Waschmaschinen-Brandgeruch ernst!

Brandgeruch bei einer Waschmaschine ist eine ernste Angelegenheit. Zwar kann er auch harmlose Ursachen wie neue Motor-Schleifkohle oder erhitzte Staubablagerungen haben. Doch das lässt sich von außen nicht erkennen, und meist stecken echte technische Probleme hinter dem Brandgeruch. Gehen Sie daher auf Nummer sicher, und trennen Sie die Maschine sofort vom Stromnetz. Die Behebung des Problems ist in der Regel eine Sache für den Fachmann.

 

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