Einfach mal ein Motiv aus einem Bild nehmen und mit einem neuen Hintergrund kombinieren: Wenn Sie das zu Zeiten der analogen Fotografie machen wollten, brauchten Sie ein komplettes Fotolabor und viel Erfahrung. Heute ist das dank digitaler Fotografie und Bildbearbeitungs-Programmen vergleichsweise einfach: Wenn Sie aus zwei Motiven ein neues Bild zaubern möchten, brauchen Sie nur die Technik des Freistellens zu beherrschen. Wir zeigen Ihnen anhand von Adobe Photoshop, wie Sie vorgehen sollten und worauf besonders zu achten ist.

Vorbereiten des freizustellenden Objekts

Im ersten Abschnitt für das Freistellen und Kombinieren von Motiven wählen Sie das zentrale Bildelement aus und bereiten es für das Freistellen vor. Unsere Anleitung basiert auf Photoshop CC 2017.

Durch Freistellen lässt sich der Hintergrund eines Bildes austauschen
Die Ausgangssituation: Der Adler hat einen langweiligen Hintergrund. Deswegen soll er freigestellt und in das Landschaftsbild montiert werden. (© 2018 Photoshop / Screenshot / UPDATED)

Erste Auswahl treffen

In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie das Motivteil ausgewählt und grob freigestellt wird.

  1. Nachdem Sie entschieden haben, welche Bilder Sie für die Bearbeitung beziehungsweise Bildkomposition verwenden wollen, öffnen Sie Photoshop.
  2. Gehen Sie in Datei und dort auf Öffnen.
  3. Navigieren Sie zu dem Ordner, in dem das Bild gespeichert ist, aus dem ein Teil des Motivs freigestellt werden soll.
  4. Wählen Sie das Bild mit einem Mausklick aus und laden Sie es mit Öffnen in das Photoshop-Fenster.
  5. Als Nächstes drücken Sie die Taste “W”. Damit aktivieren Sie das Schnellauswahl-Werkzeug. Alternativ klicken Sie mit der Maus links in der Werkzeugleiste auf das Symbol mit dem Pinsel und dem gepunkteten Kreis.
  6. Mit diesem Werkzeug nehmen Sie nun eine grobe Auswahl des freizustellenden Motivteils vor. Fahren Sie dafür einfach mit dem Werkzeug über die Konturen des entsprechenden Bildteils. An der animierten Strichlinie erkennen Sie, wo Photoshop die Auswahl gesetzt hat.
  7. Wenn bestimmte Bereiche nicht erfasst wurden, klicken Sie oben links unterhalb des Menüs auf das Symbol Der Auswahl hinzufügen (Pinsel mit Punktlinie und “+”-Zeichen). Damit lässt sich der Auswahlbereich punktuell erweitern.
  8. Klicken Sie dafür auf die Auswahllinie an der gewünschten Stelle und ziehen mit gedrückter Maustaste daran. Vergleichbar gehen Sie vor, wenn Bereiche aus der Auswahl ausgeschlossen werden sollen. Wählen Sie dafür Von Auswahl subtrahieren (Pinsel mit Punktlinie und “-”-Zeichen).
Verwenden des Schnellauswahl-Werkzeugs von Photoshop
Das Schnellauswahl-Werkzeug in Photoshop CC 2017 ermöglicht die rasche Festlegung der groben Konturen. (© 2018 Photoshop / Screenshot / UPDATED)

Optimierung der Kanten

Nachdem Sie das freizustellende Objekt grundsätzlich markiert haben, geht es nun darum, die Kanten der Auswahl zu optimieren. Das ist erforderlich, damit Sie eine saubere Kontur zum Freistellen bekommen.

  1. Wenn das Schnellauswahl-Werkzeug aktiv ist, sehen Sie unterhalb der Menüleiste das Feld Auswählen und maskieren. Klicken Sie darauf.
  2. Sie können durch die Maskierung nun gut erkennen, wo bei den Konturen nachgearbeitet werden sollte. Wählen Sie links das Werkzeug Kante-verbessern-Pinselwerkzeug (Pinsel-mit-Hand-Symbol). Rechts sehen Sie in den Eigenschaften verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für das Werkzeug. Lassen Sie zunächst ruhig die voreingestellten Werte stehen. Wenn diese nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen, können Sie immer noch mit anderen Einstellungen experimentieren.
  3. Fahren Sie mit dem Pinselwerkzeug die zu bearbeitenden Bereiche ab. Haben Sie alle Kanten optimiert, klicken Sie unten rechts auf OK, um die Änderungen zu übernehmen.
Nachbearbeitung von Kanten mit dem Kante-verbessern-Pinsel
Feinarbeit: Dank Maske und Kante-verbessern-Pinselwerkzeug lassen sich unsaubere Kantenbereiche gut erkennen und nachbearbeiten. (© 2018 Photoshop / Screenshot / UPDATED)

Neuerungen bei Photoshop CC 2017

Die aktuelle Photoshop-Version konzentriert sich auf Neuheiten und Weiterentwicklungen in Teilbereichen. So gibt es eine verbesserte Suchfunktion, die bereits während der Eingabe des Suchbegriffs Treffervorschläge anbietet. Neu ist auch der Aufbau des Dialogs für das Erstellen neuer Dateien. Der Arbeitsbereich für “Auswählen und Maskieren” wurde optimiert und vergrößert, um hier schneller und einfacher arbeiten zu können. Eine Neuheit ist beispielsweise der Kante-verbessern-Pinsel.

Beispiele von weiteren Veränderungen sind:

  • Einbindung von Emojis über die Schriftart Emoji-One
  • Unterstützung von SVG-Schriften, die unter anderem mehrere Farben und Farbverläufe unterstützen
  • Einbindung von Lernvideos

So kombinieren Sie die Inhalte

Nach der Vorbereitung des Motivs können Sie es nun als freigestelltes Objekt in ein anderes Bild einsetzen.

  1. Kopieren Sie das gewünschte Motiv mit der Tastenkombination Strg + C beziehungsweise über Bearbeiten > Kopieren im Menü.
  2. Öffnen Sie über Datei > Öffnen das zweite Bild und laden es wie das erste in das Photoshop-Fenster.
  3. Wählen Sie nun Strg + V beziehungsweise Bearbeiten > Einfügen, um das freigestellte Motiv aus der Zwischenablage in das zweite Bild einzufügen.
  4. Wahrscheinlich werden Sie feststellen, dass das eingefügte Element noch störende Ränder hat. Die können Sie nun entfernen. Wählen Sie dafür aus den Werkzeugen das Radiergummi und in den Eigenschaften unterhalb des Menüs die Härte 0 und einen großen Radius.

Tipp: Durch Einstellen der Deckkraft können Sie bestimmen, ob das Radieren mit harten oder weichen Kanten erfolgt. Hilfreich ist auch die Vergrößerung der Ansicht auf zum Beispiel 200 Prozent: So lässt sich sehr präzise sehen, wo Radieren notwendig ist, und Sie können die Arbeit exakter ausführen.

Freigestellten Bildteil in Hintergrund-Bild eingefügt
Aus zwei macht eins: Das freigestellte Objekt wird als neue Ebene in das Bild mit dem Hintergrund kopiert. (© 2018 Photoshop / Screenshot / UPDATED)

Eventuell sind weitere Nacharbeiten im Detail erforderlich, weil das Radieren Feinheiten entfernt, die eigentlich bleiben sollten. Das kann bei Personen oder Tiermotiven insbesondere einzelne Haare betreffen. Um das zu korrigieren, können Sie mit dem Pinsel Haare nachmalen.

  1. Drücken Sie Taste “B” für das Pinsel-Werkzeug und vergrößern den Bildbereich, in dem Sie malen wollen. Drücken Sie dafür die Tastenkombination “Strg” und “+”.
  2. Wählen Sie die richtige Farbe, indem Sie mit gedrückter ALT-Taste in einen benachbarten Bereich klicken (der Cursor verwandelt sich in eine Pipette).
  3. Mit einer geeigneten Pinselspitze (Zum Beispiel “rund, hart”) können Sie nun ein paar feine Linien als “Haarersatz” hinzufügen.
Nachbearbeitung der Ebenen-Ränder
Mit dem Radiergummi und einer vergrößerten Ansicht können unschöne Ränder exakt entfernt werden. (© 2018 Photoshop / Screenshot / UPDATED)

Positionierung und Größe anpassen

Im Wesentlichen ist das Freistellen und Kombinieren nun erledigt. Eine Aufgabe ist möglicherweise noch durchzuführen: Eventuell hat Photoshop das freigestellte Objekt im zweiten Bild an einer ungünstigen Stelle platziert, oder die Proportion stimmt nicht. Zum Anpassen gehen sie so vor:

  1. Gehen Sie rechts auf den Reiter Ebenen und wählen Sie die Ebene mit dem freigestellten Objekt aus.
  2. Klicken Sie links oben bei den Werkzeugen auf das Kreuz-Symbol (Verschieben-Werkzeug).
  3. Nun klicken Sie auf das zu verschiebende Objekt und ziehen es mit gedrückter Maustaste an den gewünschten Platz.
  4. Zum Anpassen der Größe lässt sich im Bereich Eigenschaften von Pixelebene die Ebenengröße durch Eingabe von Maßzahlen verändern. Korrigieren Sie bei Bedarf die Position der Ebene noch einmal mit dem Verschieben-Werkzeug.
Das fertig kombinierte Bild nach Größenanpassung und Platzierung
Nach der Größenanpassung der Freisteller-Ebene und der Wahl der richtigen Position ist die Bildkomposition vollendet. (© 2018 Photoshop / Screenshot / UPDATED)

Freistellen ist nicht schwierig

Freistellen ist eine schöne Technik, um Objekte in ein anderes Bild zu montieren. Wir haben Ihnen anhand der aktuellen Photoshop-Version gezeigt, dass diese Art der Bildbearbeitung im Grundsatz nicht kompliziert ist. Nur an einigen Punkten ist etwas Fingerspitzengefühl für Nacharbeiten im Detail gefordert. Aber das können Sie sich leicht mit etwas Übung erarbeiten und dann eindrucksvolle Bild-Kreationen erschaffen.

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