Ihr PC hat mit einem schwerwiegenden Problem zu kämpfen, dass Sie nicht ohne Weiteres lösen können? Vielleicht hat Ihnen schon einmal jemand geraten, es in diesem Fall mit dem abgesicherten Modus von Windows 10 zu versuchen. Wenn Sie nicht so recht wissen, was die Funktion eigentlich kann und wie Sie den abgesicherten Modus starten, hilft Ihnen dieser UPDATED-Ratgeber. Wir klären die wichtigsten Fragen rund um den abgesicherten Modus von Windows 10.

Was ist der abgesicherte Modus und in welchen Fällen wird er eingesetzt?

Der abgesicherte Modus bezieht sich auf den Systemstart von Windows 10. Er kommt dann zum Einsatz, wenn der Computer nicht mehr stabil läuft, sich nicht alle Funktionen nutzen lassen oder der PC gar nicht mehr hochfährt. Derartige Probleme treten etwa infolge einer fehlerhaften Software-Installation oder durch Computerviren (z. B. Trojaner) auf.

Wird der abgesicherte Modus aktiviert, greift Ihr PC beim Hochfahren des Betriebssystems lediglich auf die wichtigsten Dienste, Dateien und Geräte zu, die nötig sind, um einen Betrieb mit Basisfunktionen zu ermöglichen. So werden beispielsweise nur die Treiber geladen und genutzt, die für den grundlegenden Betrieb des PCs unbedingt erforderlich sind. Schadsoftware hingegen wird in der Regel daran gehindert, zu starten. Auf diese Weise können Sie Störungen umgehen, die durch fehlerhafte Geräte oder Software hervorgerufen werden, und anschließend entsprechende Reparaturversuche unternehmen.

Hinzu kommt, dass bestimmte Netzwerkkomponenten im abgesicherten Modus nicht genutzt werden. Das hat vor allem den Vorteil, dass Viren, die Ihren PC womöglich befallen haben, im Idealfall nicht starten und gar nicht erst zur Entfaltung kommen können.

Der abgesicherte Modus unterscheidet sich vor allem durch folgende Besonderheiten von einem normalen Systemstart:

Anzeige: Standard-Grafiktreiber (spezielle Grafikkartentreiber werden nicht verwendet, da auch dort der Fehler liegen könnte).

Geräte: Einige Gerätetreiber werden nicht geladen, um eventuelle Störungen durch die betreffenden Geräte auszuschließen (Teile der sogenannten Registrierungsdatenbank werden nicht geladen).

Autostartobjekte: Sämtliche Dienste, die im Normalfall nach dem Hochfahren automatisch von Windows 10 gestartet werden, bleiben im abgesicherten Modus inaktiv. Alles, was nicht für den ordnungsgemäßen Betrieb des Systems notwendig ist, wird nicht gestartet und kann somit auch keinerlei Probleme verursachen. So haben Sie die Möglichkeit, den Problemen auf den Grund zu gehen.

Tipp: Sollte der abgesicherte Modus Ihre PC-Probleme nicht lösen, finden Sie womöglich die passenden Tipps in unserem Ratgeber Windows 10 reparieren: So beseitigen Sie Fehler mit Bordmitteln.

Abgesicherten Modus beim Hochfahren starten

Wenn Sie direkt beim Start von Windows 10 in den abgesicherten Modus wechseln möchten, brauchen Sie die passende Tastenkombination und das richtige Timing. So klappt’s mit dem abgesicherten Modus beim Hochfahren des Computers:

  1. Starten Sie wie gewohnt Ihren PC.
  2. Drücken Sie auf Ihrer Tastatur die Tastenkombination aus Umschalt-Taste und F8, während Ihr Computer den Bootvorgang durchführt.

Hinweis: Dabei kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Dieser lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres für jedes System exakt vorhersagen. Aus diesem Grund ist es möglich, dass Sie mehrere Versuche benötigen. Das trifft insbesondere auf leistungsfähige Systeme zu, die den Bootvorgang entsprechend schnell durchlaufen.

UEFI

UEFI ist die Abkürzung von Unified Extensible Firmware Interface. Es stellt eine Schnittstelle zwischen dem installierten Betriebssystem (z. B. Windows 10) und den einzelnen Bauteilen und Geräten Ihres PCs dar. Das UEFI ermöglicht es Ihnen beispielsweise, Anpassungen der Firmware-Einstellungen einzelner Komponenten und Geräte Ihres PCs vorzunehmen. Bei Firmware handelt es sich um Software, die gewissermaßen das Fundament für eine grundlegende Funktion des betreffenden Gerätes oder Bauteils darstellt.

Abgesicherten Modus vom Desktop aus aufrufen

Können Sie bei Ihrem PC den Desktop erreichen, gelangen Sie unter anderem so in den abgesicherten Modus:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Windows-Symbol unten links auf Ihrem Bildschirm. Das Kontextmenü von Windows 10 öffnet sich.
  2. Bewegen Sie den Mauszeiger über den Eintrag Herunterfahren oder Abmelden.
  3. Halten Sie die Umschalt-Taste Ihrer Tastatur gedrückt und klicken Sie gleichzeitig mit der linken Maustaste auf Neustart. Während des Neustarts sollte nun ein spezieller Bildschirm erscheinen. Von dort aus gelangen Sie anschließend in das sogenannte UEFI (siehe Infokasten).
  4. Klicken Sie auf Problembehandlung.
  5. Folgen Sie Erweiterte Optionen > Starteinstellungen > Neu starten.
  6. Im nächsten Fenster wählen Sie zunächst Allgemein, dann Erweiterte Startoptionen und zuletzt Jetzt neu starten. Ihr PC fährt daraufhin herunter und startet direkt im Anschluss neu.
  7. Während des Neustarts sollte nun ein spezielles Menü auf Ihrem Bildschirm erscheinen. Mit den Tasten 4 bzw. 5 auf Ihrer Tastatur können Sie dort den abgesicherten Modus ohne oder auch mit Netzwerktreibern aktivieren.

Via Eingabeaufforderung in den abgesicherten Modus

Die Eingabeaufforderung bietet eine weitere Möglichkeit, den abgesicherten Modus aufzurufen, wenn Ihr System noch bootet. Um mithilfe der Eingabeaufforderung in den abgesicherten Modus zu gelangen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Rufen Sie den “Ausführen”-Dialog auf, etwa indem Sie gleichzeitig die Windows-Taste und R betätigen.
  2. Tragen Sie cmd neben Öffnen ein.
  3. Klicken Sie auf OK, um die Eingabeaufforderung zu starten.
  4. Kopieren Sie bcdedit /set {current} safeboot network in das freie Feld der Eingabeaufforderung.
  5. Drücken Sie Enter, um den Befehl zu bestätigen. Der PC sollte daraufhin neu starten und im abgesicherten Modus booten.

Diagnosesystemstart: So kommen Sie per msconfig in den abgesicherten Modus

Wenn Sie noch bis zum Desktop gelangen, können Sie auch über die msconfig (Programm zur Systemkonfiguration von Windows) im abgesicherten Modus starten. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

    1. Geben Sie msconfig in die Suchleiste unten links auf dem Desktop ein.
    2. Bestätigen Sie mit der Eingabetaste auf Ihrer Tastatur. Die sogenannte Systemkonfiguration öffnet sich in einem neuen Fenster.
    3. Wählen Sie den Reiter Allgemein.
    4. Aktivieren Sie den sogenannten Diagnosesystemstart, indem Sie neben dem entsprechenden Eintrag das Häkchen setzen. Der Diagnosesystemstart ähnelt dem vollständigen abgesicherten Modus von Windows 10. Er sorgt ebenfalls dafür, dass das Betriebssystem beim nächsten Systemstart nur auf die Geräte und Dienste zugreift, die für die grundlegenden Systemfunktionen zwingend erforderlich sind.
    5. Bestätigen Sie per Klick auf OK im unteren Fensterbereich.
    6. Klicken Sie nun auf das Windows-Symbol unten links auf Ihrem Bildschirm und führen Sie via Ein/Aus-Schalter einen Neustart des PCs aus.

Übrigens: Im Gegensatz zum “normalen” abgesicherten Modus werden Ihnen in diesem Fall weiterhin grafische Elemente wie etwa Hintergrundbilder angezeigt.

Diagnosesystemstart bei Windows 10 aktivieren
Im Reiter “Allgemein” aktivieren Sie den Diagnosesystemstart von Windows 10. (© 2017 Microsoft/UPDATED/Screenshot)

Abgesicherten Modus wieder deaktivieren

Wie Sie den abgesicherten Modus bei Windows 10 wieder beenden, hängt davon ab, auf welche Weise Sie ihn gestartet haben.

Haben Sie den Modus mit den Grundfunktionen von Windows 10 über das UEFI gestartet, nutzen Sie entweder auf Ihrer Tastatur die Kombination aus Windows-Taste und X oder die Menüfolge Windows-Button > Ein/Aus, um Ihren PC Neu starten >zu lassen.

Sie sind hingegen via Systemkonfiguration (msconfig) oder die Eingabeaufforderung in den abgesicherten Modus gekommen, ist es zunächst erforderlich, die vorgenommenen Einstellungen wieder rückgängig zu machen. Erst danach sollte Sie den Systemstart anweisen, um anschließend wieder den vollen Funktionsumfang von Windows 10 nutzen zu können. Das gelingt am einfachsten mit der Eingabeaufforderung:

  1. Drücken Sie auf Ihrer Tastatur gleichzeitig die Windows-Taste und R. Der “Ausführen”-Dialog öffnet sich.
  2. Tragen Sie cmd in das Eingabefeld ein.
  3. Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit Enter, um die Eingabeaufforderung zu öffnen.
  4. Kopieren Sie nun den Befehl bcdedit /deletevalue {default} safeboot in das Fenster der Eingabeaufforderung und bestätigen Sie erneut mit Enter.
  5. Zuletzt führen Sie einen Neustart des PCs durch.
Eingabeaufforderung aufrufen per Ausführen-Dialog
Geben Sie “cmd” in den “Ausführen”-Dialog ein, um die Eingabeaufforderung aufzurufen. (© 2017 Microsoft/UPDATED/Screenshot)

Abgesicherter Modus geht nicht: Das können Sie tun

Es kommt vor, dass sich der abgesicherte Modus von Windows 10 auf die oben vorgestellten Weisen nicht starten lässt. In einem solchen Fall sollten Sie stattdessen eine Windows-Installations-DVD einlegen, um Ihre PC-Probleme zu lösen. Wichtig ist dabei, dass Sie einen Datenträger mit der gleichen Windows-Version verwenden, die auch auf Ihrem System läuft.

Übrigens: Anstelle der Windows-Disk können Sie auch einen bootfähigen USB-Stick zu Hilfe nehmen. Alles wissenswerte dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Windows 10 von USB-Stick booten.

Haben Sie eine passende Windows-DVD zur Hand, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Legen Sie die Windows-10-Installations-DVD ein und starten Sie Ihren Computer. Ihr PC sollte daraufhin automatisch von der Disk booten.
  2. Warten Sie, bis ein Menü auf Ihrem Bildschirm erscheint.
  3. Wählen Sie dort Computerreparatur. Mithilfe der Computerreparatur können Sie Ihr System beispielsweise mit Wiederherstellungspunkten auf einen früheren Zeitpunkt zurücksetzen, an dem Ihr Computer noch ordnungsgemäß funktionierte. Näheres dazu lesen Sie in unserem Ratgeber “Wiederherstellungspunkte in Windows 10 setzen und nutzen”.Wichtig: Beachten Sie dabei, dass etwa Programme, die Sie in der Zwischenzeit installiert haben, in der Regel nicht mehr zur Verfügung stehen.
  4. Folgen Sie den Anweisungen auf Ihrem Bildschirm.

Abgesicherter Modus als Retter in der Not

Der abgesicherte Modus ist immer dann das Mittel der Wahl, wenn schwerwiegende Fehler das System lahmlegen. Das können beispielsweise defekte Grafiktreiber sein, die je nach Schwere die Anzeige teilweise oder ganz unbrauchbar machen, oder auch Schadsoftware, die den Computer befallen hat. Mithilfe des abgesicherten Modus haben Sie häufig auch in solchen Fällen noch die Möglichkeit, an wichtige Daten zu gelangen und beispielsweise fehlerhafte Treiber neu zu installieren. Dabei bleiben aufwendige grafische Anzeigen außen vor und Schadsoftware wird am Starten gehindert.

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