Da haben Sie sich auf ein Windows 10-System gefreut und stattdessen nerven Fehlermeldungen und nicht richtig laufende Funktionen: Auch Microsofts jüngstes Betriebssystem ist wie andere Software nicht immun gegen Störungen. Aber wir haben für Sie einige Tipps, wie das angeschlagene Betriebssystem ohne zusätzliche Hilfsmittel wieder rund läuft.

Systemfehler per Neustart beseitigen

Wenn im laufenden Betrieb Fehlfunktionen von Windows 10 festgestellt werden, beispielsweise einfrierende oder nicht startende Programme, braucht nicht gleich ein schwerer Fehler vorzuliegen. Manchmal werden einfach Systemdateien nicht oder nicht richtig gestartet. Ein Systemneustart kann dann bereits helfen.

Klicken Sie unten links auf das Windows-Symbol und wählen aus der Schaltfläche „Herunterfahren oder abmelden“ die Funktion „Neu starten“. Alternativ geht das über das Ausführen-Fenster: Drücken Sie auf der Tastatur die Taste mit dem Windows-Symbol und gleichzeitig die „R“-Taste. Nun den Befehl „shutdown -g -t 0“ (ohne Anführungszeichen) eingeben und OK anklicken.

Fehlerhafte Systemaktualisierungen korrigieren

Windows 10 führt im Gegensatz zu den Vorgängern Systemaktualisierungen, sogenannte Updates, eigenständig durch. Das komplizierte Verfahren ist allerdings störanfällig. Wenn Sie ein Update als Fehlerursache vermutet, lässt sich das in den Systemeinstellungen prüfen:

Klicken Sie auf das Benachrichtigungsfenster unten rechts und dann „Alle Einstellungen > Update und Sicherheit > Windows Update“. Hier werden Fehler mit einer Fehlernummer angegeben.

Windows 10 reparieren mit Bordmitteln Update
Hier hat alles mit dem Update geklappt. Wäre das nicht so, sehen Sie an der angegebenen Stelle einen entsprechenden Hinweis, welche Fehler aufgetreten sind. (© 2017 UPDATED Screenshot)

Alternativ oder ergänzend gibt die Ereignisanzeige Auskunft: Klicken sie das Windows-Symbol unten links an > Systemsteuerung > Verwaltung > Ereignisanzeige“. Nun wählen Sie in der linken Spalte „Windows-Protokolle“ und rufen den Unterpunkt „System“ auf. Liegt ein Update-Fehler vor, wird er in der Ereignisliste im mittleren Feld mit der Quelle „Windows Update Client“ aufgeführt.

Notieren Sie sich die mit „KB-“ beginnende Nummer der Aktualisierung und die Fehlernummer. Über eine Suchmaschine wie zum Beispiel Google oder Bing lassen sich damit Informationen zum Fehler und eventuelle Korrekturmaßnahmen finden.

  • Manuelles Aktualisieren: Im Menü „Windows Update“ gibt es die Funktion „Wiederholen“. Wenn das Update beispielsweise durch eine Internetstörung verursacht wurde, lässt sich damit ein neuer Versuch starten. Andernfalls können Sie eine manuelle Installation der Aktualisierung probieren. Gehen Sie dazu in den Microsoft Update-Katalog, geben die notierte KB-Nummer ein, laden die Update-Datei herunter, deaktivieren Ihren Virenschutz und installieren die Datei mit Doppelklick.
Windows 10 reparieren mit Bordmitteln Update-Katalog
Zentrale Anlaufstelle für manuelle Aktualisierungen: der Microsoft Update-Katalog. (© 2017 UPDATED Screenshot)
  • Update-Agent reparieren: Für die Organisation der Update-Installation ist das Systemprogramm Windows Update-Agent zuständig. Ist dieses nicht in Ordnung, klappt auch eine manuelle Aktualisierung nicht. Für die Reparatur lässt sich die Windows-Problembehandlung einsetzen: Klicken Sie Windows-Symbol an > Systemsteuerung > Problembehandlung. Nun müssen Sie „System und Sicherheit“ auswählen, dann Windows/Windows Updaten und den Schritten folgen. Zum Abschluss den PC neu starten.

Probleme durch fehlende Aktivierung lösen

Manche Systemprobleme entstehen, wenn Sie den PC von Windows 7 oder 8 auf Windows 10 aktualisiert haben (Upgrade), aber das neue System nicht aktiviert wurde. Aktiviert bedeutet in diesem Zusammenhang: Das System braucht einen gültigen und bei Microsoft registrierten Produktschlüssel/-code. In der Regel geht das automatisch unter Weiternutzung der Schlüssel von Windows 7/8. Ist das nicht der Fall, wird Windows 10 einen Monat nach der Installation teilweise gesperrt.

Ob das System aktiviert wurde, können Sie durch Anklicken des Benachrichtigungssymbols > Alle Einstellungen > Update und Sicherheit > Aktivierung feststellen. Ist das nicht der Fall, ist es notwendig, eine nachträgliche telefonische Aktivierung durchzuführen. Drücken Sie dazu auf der Tastatur die Windows- und „X“-Taste, wählen „Eingabeaufforderung“ und geben dort „slui 4“ ein. Anschließend das Standort-Land auswählen und auf der Seite „Anrufen und Installations-ID eingeben“ eine der Rufnummern wählen und die angezeigte Installations-ID (Identifikationsnummer) übermitteln. Das Microsoft-Telefonsystem sagt dann eine Bestätigungs-ID durch. Notieren Sie diese, klicken auf das Feld „Bestätigungs-ID eingeben“ und tragen den Code ein. Danach „Windows aktivieren“ anklicken.

Sollten Sie auf die alte Windows Version zurück wechseln wollen finden Sie eine Anleitung in unserem Ratgeber "Windows 10: So wechseln Sie zurück zu Windows 7 oder 8.1".

Nicht immer ist das System schuld

Im Wesentlichen hat sich Windows als relativ stabiles System erwiesen. Wenn Sie also mit einer PC-Störung konfrontiert werden, kann die Ursache auch woanders liegen.

  • Überlegen Sie daher, ob nicht frisch installierte Programme oder Treiber die Ursache sein könnten. Das lässt sich einfach prüfen: Gehen Sie über das Windows-Symbol in die Systemsteuerung und dann in „Programme und Feature“. Nun die Liste nach Installationsdatum sortieren, zuletzt installierte Programme anklicken und mit der rechten Maustaste „Deinstallieren/ändern“ wählen und den dann den PC neu starten.
  • Wenn beim Starten der berüchtigte „Bluescreen“ , also ein Bildschirmbild mit blauem Hintergrund und Fehlermeldungen erscheint, kann auch ein Hardware-Problem vorliegen. Das ist auch denkbar, wenn das System im Betrieb streikt. Das betrifft beispielsweise den Arbeitsspeicher, den Prozessor oder die Hauptplatine.
  • Nicht zuletzt kann eine Störung durch Schadsoftware wie Viren oder Trojaner verursacht sein. Führen Sie in einem solchen Fall mit dem vorinstallierten Windows Defender (Windows-Symbol > Systemsteuerung > Alle Systemsteuerungselemente > Windows Defender) oder einem anderen Schutzprogramm eine Untersuchung durch.

Windows 10 mit der Abbildverwaltung für die Bereitstellung (DISM) reparieren

Zu den „Bordwerkzeugen“ von Windows 10 gehört das Programm DISM. Damit lassen sich Systemstörungen erkennen und beseitigen. Die Abbildverwaltung für die Bereitstellung ist ein einfaches Befehlszeilen-Programm, mit dem sowohl Windows-Abbilder (Images) als auch installierte Systeme überprüft und repariert werden können. Images muss man sich wie eine Momentaufnahme aller Informationen eines Speichers, zusammengefasst in einer Datei, vorstellen. Um es aufzurufen und einzusetzen, gehen Sie mit den folgenden Schritten vor:

  1. Drücken Sie auf der Tastatur die Windows-Taste und „X“.
  2. Im Menü „Eingabeaufforderung (Administrator)“ auswählen. Geben Sie in die Eingabeaufforderung diesen Befehl ein:
  3. Dism /Online /Cleanup-Image /ScanHealth und mit „Enter“-Taste bestätigen. Damit wird der sogenannte Komponentenspeicher - dieser wird zum Unterstützen der Funktionen zum Anpassen und Aktualisieren von Windows gebraucht - auf Schäden überprüft.
  4. Nach dem Durchlauf mit dem Befehl Dism /Online /Cleanup-Image /CheckHealth lassen Sie sich anzeigen, ob (reparable) Schäden erkannt wurden.
  5. Ist das der Fall, mit Dism /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth den Reparaturversuch starten.
Windows 10 reparieren mit Bordmitteln DISM
Mit dem Kommandozeilen-Programm DISM lassen sich Betriebssystemfehler aufspüren und beseitigen. (© 2017 UPDATED Screenshot)

Windows 10 mit Systemreparatur-Programm SFC zum Laufen bringen

Wenn die Betriebsstörung ihre Ursache in Systemdateien hat, können Sie auch den Einsatz des Systemdatei-Überprüfungsprogramms SFC probieren:

  1. Drücken Sie auf der Tastatur die Windows-Taste und „X“.
  2. Im Menü „Eingabeaufforderung (Administrator)“ auswählen.
  3. Nun geben Sie den Befehl sfc /scannow ein und bestätigen die Eingabe mit „Enter“.

SFC überprüft nun die Systemdateien, ersetzt fehlende beziehungsweise repariert beschädigte Dateien.

Fehlerbeseitigung mit Systemwiederherstellung

Unter Windows > Systemsteuerung > Alle Systemsteuerungselemente > Wiederherstellung finden Sie eine wichtige Funktion für die Störungsbeseitigung. Ist sie aktiviert, legt das System Wiederherstellungspunkte an. Klicken Sie bei einer Störung auf „Systemwiederherstellung öffnen“, wählen den jüngsten angezeigten Punkt und starten die Wiederherstellung. Sie bezieht sich übrigens nur auf Programme, persönliche Daten werden nicht betroffen. Bringt das noch keine Abhilfe, versuchen Sie eine Wiederherstellung mit einem älteren Wiederherstellungspunkt.

Windows 10 reparieren mit Bordmitteln Wiederherstellungspunkte
Wiederherstellungspunkte ermöglichen ein bequemes Zurücksetzen des Systems auf einen früheren Zeitpunkt. (© 2017 UPDATED Screenshot)

Eine zweite Möglichkeit ist der Weg über das Zurücksetzen des Systems. Wählen Sie dazu das Windows Nachrichtensymbol unten rechts und dann Alle Einstellungen > Update und Sicherheit > Wiederherstellung und „Los geht´s“. Legen Sie noch fest, ob eigene Dateien behalten oder alles entfernt werden soll und starten den Vorgang. In der Folge wird Windows neu installiert. Danach müssen Sie allerdings alle individuellen Programme und Einstellungen neu einrichten.

Windows 10 soll laut Hersteller Microsoft die letzte Version des Betriebssystems sein. Aktualität gewährleisten die automatischen Aktualisierungen. Doch gerade diese gehören zu den häufigsten Störungsquellen. Zum Glück haben die Entwickler vorgesorgt und bereits verschiedene Diagnose- und Reparaturwerkzeuge gegen Updaten-Probleme und andere Fehlerursachen eingebaut, die Sie mit unseren Anleitungen zielgerichtet einsetzen können.

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