Der Roman ist zu Ende, die nötige Müdigkeit zum Einschlafen noch nicht da, also vielleicht doch noch ein neues Buch auf den E-Book-Reader laden und die ersten Zeilen anlesen … aber dann der Frust: Das WLAN reicht nicht bis in Ihr Schlafzimmer. Auch das Smartphone und das Webradio haben keinen Empfang. Und den Online-Ratgeber für den Regalaufbau konnten Sie im Keller mit dem Tablet auch nicht aufrufen. UPDATED zeigt Ihnen, wie Sie das WLAN-Netz in Ihrem Heim bis in den letzten Winkel ausdehnen.

Der Speedtest verrät das Internet-Tempo

Wie stabil das WLAN-Netz ist, hängt auch davon ab, wie viele Daten dem Router überhaupt zur Verfügung stehen. Testen Sie deshalb die Geschwindigkeit Ihres DSL-Anschlusses. Ein Speedtest verrät Ihnen, ob Ihr Internetanschluss eher Autobahn oder Schotterpiste ist.

Ein kostenloser, werbefreier Speedtest wird von der Bundesnetzagentur bereitgestellt. Sie erreichen ihn unter www.breitbandmessung.de. Auf einen Klick werden dann Datenpakete zwischen Ihrem Rechner und einem Testserver ausgetauscht und anhand der Übertragungsgeschwindigkeiten das Tempo Ihres Anschlusses berechnet.

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Wie schnell ist mein Internet? Diese Speedtests verraten es Ihnen

Wählen Sie den richtigen Standort für den WLAN-Router

Den WLAN-Router direkt neben dem DSL-Anschluss aufzustellen ist naheliegend, aber nicht immer die beste Lösung. Zum einen strahlt das Signal ja in alle Richtungen – für die beste Abdeckung sollte der WLAN-Router also am besten zentral innerhalb der Wohnung beziehungsweise des Hauses platziert werden. Zum anderen sollte er möglichst frei stehen, damit das Signal nicht von Störquellen beeinträchtigt werden kann.

Vor allem zwei Faktoren stellen sich dem WLAN-Signal buchstäblich in den Weg: Wände beziehungsweise große Flächen aus Stahlbeton oder Metall sowie Elektrogeräte, die selbst Wellen aussenden. Dazu gehören schnurlose Telefone, Bluetooth-Geräte, Mikrowellen, Babyphones oder Funklautsprecher. Aber auch ein Aquarium oder große Möbel können sich als Hindernisse für das WLAN erweisen.

Stellen Sie den Router also möglichst frei im Raum auf. Wenn möglich, suchen Sie für Elektrogeräte aus der unmittelbaren Umgebung einen anderen Standort.

Nutzen Sie den neuesten WLAN-Standard

Lange Zeit funkten die WLAN-Router im WLAN-Standard 802.11g, der auch in vielen aktuellen Geräten noch genutzt wird. Bei diesem Standard werden maximal 54 MBit pro Sekunde übertragen. Bei den neueren Standards 802.11n (auch kurz WLAN-n genannt) und 802.11ac (WLAN-ac) dagegen sind es bis zu 600 beziehungsweise bis zu 867 MBit. Zum Vergleich: Die Datenrate für ein qualitativ gutes Video in der Größe 1024 x 768 Pixel beträgt etwa 2,5 MBit pro Sekunde. Mit einer höheren Signalstärke erzielen Sie eine höhere Reichweite.

Sehen Sie im Betriebshandbuch nach, welchen Standard Ihr WLAN-Router nutzt, oder fragen Sie beim Hersteller beziehungsweise Ihrem DSL-Anbieter nach, wenn dieser Ihnen den Router zur Verfügung stellt. Sie können auch den Modellnamen in eine Suchmaschine eingeben, um den WLAN-Standard zu ermitteln.

Besitzt Ihr WLAN-Router noch den veralteten Standard 802.11g, fragen Sie Ihren DSL-Anbieter nach einem Router mit aktuellem Standard oder kaufen Sie einen im Fachhandel.

Erhöhen Sie die WLAN-Reichweite mit einem Repeater

Ein WLAN-Repeater erhöht die Reichweite des WLAN-Netzes, indem er die Signale vom WLAN-Router empfängt und weiterleitet. Er erhöht also nicht die Signalstärke, kann aber Entfernungen überbrücken. Ideal ist ein WLAN-Repeater zum Beispiel, wenn das WLAN-Signal auf dem Weg vom Router zum Endgerät mehrere Wände oder zwei Stockwerke passieren muss. Dabei kann das Signal so weit abgeschwächt werden, dass bei Smartphone oder Tablet nicht mehr genügend Daten ankommen.

Am besten platzieren Sie einen WLAN-Repeater also auf halber Strecke zwischen dem WLAN-Router und dem Bereich, den Sie mit einem besseren Signal ausstatten wollen. Bei zwei Wänden, mehreren Stockwerken oder ähnlichen Hindernissen ist der Repeater natürlich am besten zwischen diesen Hindernissen aufgehoben, unabhängig davon, ob das nun der Hälfte der Funkstrecke entspricht.

WLAN-Repeater finden Sie hier oder im Fachhandel.

WLAN Reichweite Repeater
Mit einem Repeater verlängern Sie die Funkstrecke – zum Beispiel bis in die Küche, wenn Sie ein Rezept mithilfe einer App nachkochen wollen. (© 2017 gpointstudio/Thinkstock)

Erhöhen Sie die Sendeleistung vom WLAN-Router oder Repeater

Bei manchen WLAN-Routern wie zum Beispiel den meisten FRITZ-Boxen können Sie selbst einstellen, in welcher Stärke das Funksignal ausgesendet wird. Das Gleiche gilt bei vielen Repeatern.

Sehen Sie im Betriebshandbuch Ihres WLAN-Routers beziehungsweise Repeaters nach, ob Sie die Sendeleistung manuell einstellen können und schalten Sie diese gegebenenfalls eine Stufe höher.

Verstärken Sie das WLAN-Signal mit einer externen Antenne

Manche WLAN-Router verfügen über einen Antennenanschluss beziehungsweise eine Antenne mit schwacher Sendeleistung. Ist dies bei Ihnen der Fall, können Sie das WLAN-Signal mithilfe einer leistungsstarken Antenne verbessern und sogar gezielt in eine bestimmte Richtung lenken.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Arten von WLAN-Antennen:

  1. Eine Richtantenne sendet das Signal gebündelt in eine Richtung. Das ist ideal, wenn Ihr WLAN-Router in einer Ecke platziert ist beziehungsweise ein ganz bestimmter Bereich der Wohnung oder des Hauses mit WLAN versorgt werden soll.
  2. Eine Rundstrahlantenne sendet das WLAN-Signal in alle Richtungen, wobei die Signalstärke erhöht wird.
  3. Die Sektor-Antenne stellt eine Mischform dar, sie deckt einen höheren Bereich als die Richtantenne ab, dafür mit einem schwächeren Signal.

Um eine leistungsstarke WLAN-Antenne zu installieren, schrauben Sie gegebenenfalls zunächst die vorhandene Antenne vom WLAN-Router ab. Schließen Sie das Antennenkabel an die freie Buchse an und montieren Sie die Antenne an der Decke oder an der Wand. Beachten Sie, dass Sie bei manchen hochwertigen Antennen das Kabel separat erwerben müssen. Wählen Sie dabei die richtige Länge, um die Antenne optimal platzieren zu können. Länger als drei Meter sollte das Kabel aber nicht sein, damit das Signal nicht wieder abgeschwächt wird.

WLAN-Antennen finden Sie hier oder im Fachhandel.

Wechseln Sie den Funkkanal für mehr WLAN-Reichweite

Jeder WLAN-Router funkt auf einem bestimmten Funkkanal, der ab Werk vorgegeben ist, meistens ist dies der Kanal 11. Doch womöglich funken Ihre Nachbarn auf dem gleichen Kanal – und zu viel Betrieb lässt dann umso weniger Raum für Ihr WLAN-Signal, es wird schwächer, die Reichweite nimmt ab.

Wo und wie Sie den Funkkanal ändern können, ist vom Gerätetyp abhängig. Sehen Sie im Betriebshandbuch Ihres WLAN-Routers nach, wo Sie die Einstellungen vornehmen können. Häufig finden Sie dort auch eine Übersicht, wie viele Netzwerke auf Ihrem aktuellen Funkkanal unterwegs sind und auf welchen Kanälen weniger Betrieb herrscht. Dann wechseln Sie in einen weniger frequentierten Funkkanal. Bedenken Sie, dass Sie die Geräte, die auf dieses Netzwerk zugreifen, anschließend neu mit dem WLAN verbinden müssen.

Zudem sollten Sie den voreingestellten WLAN-Namen (SSID) ändern, denn falls sich ein weiterer Router des gleichen Modelltyps in der Nähe befindet, könnten Smartphone und Tablet auf das falsche Netzwerk zugreifen. Wie Sie dabei vorgehen, erfahren Sie in den Hinweisen zur Installation des Routers beziehungsweise in den Router-Einstellungen.

Mehr zu diesem Thema finden Sie im Ratgeber
WLAN schneller machen: 5 Tipps & Tricks für mehr Tempo

WLAN Reichweite Stromnetz
Mit einem Powerline Adapter kommt das WLAN aus der Steckdose. (© 2017 olm26250/Thinkstock)

Erweitern Sie das WLAN-Netz mit einem Powerline-Adpater

Wo zu viele Hindernisse im Haus jede Funkstrecke zum Erliegen bringen, hilft Ihnen das Stromnetz weiter. Mithilfe eines sogenannten Powerline-Adapters führen Sie das WLAN-Signal in die Steckdose, von wo es sich über die Stromkabel Ihres Hauses verbreitet und über die Steckdose in jedem Raum neu aufgebaut werden kann.

Für das WLAN-Netz über die Stromkabel benötigen Sie ein Set mit zwei Powerline-Adaptern. Den einen Adapter stecken Sie in eine Steckdose in der Nähe des WLAN-Routers und schließen ihn per mitgeliefertem Kabel an den LAN-Anschluss des Routers. Den zweiten Adapter schließen Sie an eine freie Steckdose in dem Raum, in dem Sie ein WLAN-Netz etablieren wollen. Dieser zweite Adapter empfängt die Daten dann über die Stromleitung und sendet sie an alle Geräte, die in der Nähe aufs WLAN zugreifen.

Powerline-Adapter erhalten Sie hier oder im Fachhandel.

Mit simplen Maßnahmen überall voller WLAN-Empfang

Wo sich immer mehr Möglichkeiten eröffnen, Dinge online zu erledigen, nachzuschlagen, zu erleben, will man auch immer öfter und von überall ins Netz gehen können. Dumm, wenn es dann ausgerechnet in den eigenen vier Wänden dunkle Flecken bei der WLAN-Versorgung gibt. Doch mit ein paar simplen Maßnahmen, anderen Einstellungen oder wenigen Zusatzgeräten wird auch aus Ihrem Heim ein Hotspot.

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