Ihr WLAN-Router steht fernab im Flur – im Wohnzimmer nervt das ruckelnde YouTube-Video. Warum ist die Internetverbindung bloß so quälend langsam? In diesen UPDATED-Tipps erfahren Sie, wie Sie Ihre WLAN- Geschwindigkeit erhöhen können.

Speedtest als Grundlage

5 Tipps & Tricks für schnelleres WLAN

  1. WLAN-Router richtig aufstellen
  2. Sendeleistung des Routers erhöhen
  3. Wenig frequentierten Funkkanal wählen
  4. Mehr Reichweite für den Router: Antennen und Repeater einsetzen
  5. Software auf dem neuesten Stand halten

Speedtest als Grundlage

Wer mag schon langsames Internet? Wenn gestreamte Videos ruckeln, die Seite vom Online-Shop nicht lädt und die Urlaubsbilder in die Cloud zu laden eine halbe Ewigkeit dauert, dann kommt schnell Frust auf. Doch Sie können Gegenmaßnahmen ergreifen. Damit diese auch wirken, sollten sie zunächst eine Messung durchführen, um einen Vergleichswert zu haben.

Mit Tools zur genauen Messung der WLAN-Geschwindigkeit

Um einen exakten Wert zu ermitteln, nehmen Sie ein spezielles Mess-Tool zu Hilfe. Für sämtliche Plattformen ist die Seite Speedtest.net zu empfehlen. Die Webseite sagt Ihnen ganz genau, wie schnell Ihre WLAN-Verbindung ist. Für die Messung Ihrer WLAN-Geschwindigkeit am Desktop-PC ist nicht mal ein Download nötig.

Für iOS bietet die Webseite eine kostenlose App mit den gleichen Funktionen an, für Android-Geräte ist ebenfalls eine App vorhanden. Nach dem Aufruf der Webseite oder dem Download und Start der App können Sie den WLAN-Speedtest einfach mit “Begin Test” anstoßen. Nach wenigen Augenblicken wird ein durchschnittlicher Wert für die Upload- und Downloadgeschwindigkeit über Ihre Internetleitung ausgegeben. Weitere Tools zur Messung Ihrer Internetgeschwindigkeit finden Sie in unserem Ratgeber “Wie schnell ist mein Internet? Diese Speedtests verraten es Ihnen”.

Speedtest mit der gleichnamigen App von Oakla
Wie schnell sind Up- und Download? Die kostenlose App “Speed Test” verrät es für iOS, Android und den Computer. (© 2016 Ookla)

5 Tipps & Tricks für schnelleres WLAN

Wenn zwischen der Geschwindigkeit, die Ihr Router beherrscht, und der, die Sie gemessen haben, ein großer Unterschied besteht, kann das verschiedene Gründe haben. Viele dieser Probleme können Sie ganz einfach selbst beheben und so das eigene WLAN schneller machen:

Tipp 1: WLAN-Router richtig aufstellen

Kabel, DSL oder Glasfaser: Das können die Internetzugänge

DSL: Der klassische Internetzugang via DSL bietet Internetgeschwindigkeiten von 16 bis zu 100 Mbit/s und somit ein solides Tempo. Dieser Zugang ist in Deutschland fast überall und meist von mehreren Anbietern verfügbar.

Kabel: Mit Kabel-Internet sind Geschwindigkeiten bis zu 150 Mbit/s möglich. Meist werden die Tarife in Kombination mit einem Telefon- und einem TV-Anschluss angeboten.

Glasfaser: Blitzschnelles Surfen – Glasfaser bietet mit bis zu 200 Mbit/s das derzeit schnellste Internet. Voraussetzung für den Anschluss: Es müssen Glasfaserkabel in Ihrem Ort verlegt sein. Das ist nicht überall der Fall. Ob Ihr Wohnort bereits über die entsprechende Technik verfügt, können Sie auf glasfaser.net nachsehen.


Der Standort Ihres WLAN-Routers im Haus oder in der Wohnung spielt eine entscheidende Rolle bei der Geschwindigkeit. Grundsätzlich gilt: Je näher Router und PC oder Laptop zusammenstehen, desto besser und schneller ist die Verbindung. Außerdem sollten Sie den Router möglichst nah an der Telefondose platzieren, an welcher der Router auch angeschlossen ist.

Beachten Sie folgende Punkte beim Aufstellen:

  • Finden Sie eine zentrale Position: Teilen sich mehrere Geräte einen Router, positionieren Sie ihn so, dass der Weg zu allen Computern etwa gleich ist.
  • Umgehen Sie Hindernisse: In erster Linie schwächen Wände das Signal. Aber auch Möbel, Bücherregale und vor allem Metallgegenstände führen zu einer Verschlechterung des Empfangs. Stellen Sie den Router deshalb so hoch wie möglich im Raum auf, etwa auf einem hohen Regal, um Hindernissen auszuweichen.
  • Halten Sie Abstand von Signalen im selben Frequenzbereich: Platzieren Sie Ihren Router mindestens einen Meter entfernt von Geräten, die Signale im selben Frequenzbereich aussenden. Dazu zählen schnurlose Telefone, Babyphone sowie einige Mikrowellengeräte.
  • Vorsicht bei elektrischen Geräten: Auch die können Ihren WLAN-Router empfindlich stören und somit die Verbindung zum Internet verlangsamen. Stellen Sie den Router deshalb mit möglichst großem Abstand zu Kühlschränken, Ventilatoren oder wenn möglich auch dem Telefon oder anderer Elektronik auf.

Tipp 2: Sendeleistung des Routers erhöhen

Stellen Sie die Sendeleistung des Routers auf die höchste Stufe, um die bestmögliche Geschwindigkeit im eigenen WLAN zu erhalten. Bei der FRITZ!Box beispielsweise erledigen Sie das unter WLAN > Funkkanal > Maximale Sendeleistung. Zu diesen Einstellungen gelangen Sie, indem Sie im Browserfenster Ihres PCs oder Laptops die IP-Adresse oder die entsprechende Webadresse Ihres Routers eintippen. Diese finden Sie im Handbuch. Bei der FRITZ!Box lautet sie beispielsweise fritz.box.

Laptop steuert Router
Über den Internetbrowser im Laptop lassen sich einige Einstellungen am Router vornehmen – etwa die Sendeleistung erhöhen. (© 2016 Stokpic/Pexels)

Tipp 3: Wenig frequentierten Funkkanal wählen

Bei den meisten WLAN-Geräten ist automatisch Kanal 11 eingestellt. Das ist dann problematisch, wenn im näheren Umkreis noch zahlreiche andere WLAN-Netzwerke im selben Frequenzbereich funken, etwa weil in einem Mehrfamilienhaus alle Wohnungen mit einem eigenen WLAN-Netzwerk ausgestattet sind. Dann kann es zu Störungen und Abbrüchen der Verbindung kommen, weil sich alle Nutzer denselben Funkkanal teilen.

Erfahrungsgemäß werden die Kanäle 1 und 6 zwar seltener genutzt, aufgrund von technischen Besonderheiten bei der Kanalbelegung sollten Sie die Kanäle 1, 6 oder 11 aber lieber meiden. Hier kann es zu Frequenzüberlappungen und somit zu Störungen in der Internetgeschwindigkeit kommen.

Leider ist kein optimaler Kanal pauschal zu empfehlen, da andere Router in Ihrer Umgebung Einfluss auf den Kanal nehmen können. Um eine Übersicht anderer Geräte zu bekommen, ist ein Blick in die Router-Einstellungen nötig. Dort können Sie auch den Funkkanal wechseln. Abhängig vom Gerätetyp finden Sie die entsprechende Einstellung etwa unter Konfiguration > Netzwerk oder WLAN > Funkkanal. Genaue Angaben entnehmen Sie dem Handbuch Ihres Routers. Dort sehen Sie - je nach Typ Ihres Routers - in der Regel auch, ob andere WLAN-Geräte in Reichweite auf demselben Kanal funken.

Eine andere Möglichkeit, dem Gedränge im WLAN-Funk zu entrinnen, ist neben dem Kanalwechsel die Nutzung eines anderen Frequenzbandes. Wechseln Sie dazu vom 2,4- in das 5-GHz-Band-Frequenzband, wenn Ihr Router dies unterstützt. Bei modernen und hochklassigen Geräten ist das der Fall. Der 5-GHz-Frequenzbereich wird aktuell seltener genutzt. Daher haben Sie in diesem Bereich freie Fahrt, statt sich die vorhandene WLAN-Bandbreite mit anderen Funknetzwerken zu teilen. Ob Ihr Router diese Funktion unterstützt, entnehmen Sie dem Handbuch. Die Einstellung zum Wechsel des Frequenzbandes finden Sie unter den “Funknetz-Einstellungen” Ihres Routers.

Vor allem preisgünstige Modelle verfügen nur über den Bereich 2,4 Ghz. Einige teurere Router können hingegen parallel auf beiden Frequenzbändern funken und suchen sich dabei sogar noch den am wenigsten genutzten Kanal aus, ganz gleich, in welchem Frequenzbereich dieser liegt.

WLAN-Router
Wer funkt dazwischen? Bestimmte Funkkanäle sind weniger frequentiert und versprechen so schnelleres Internet. (© 2016 Pexels)

Welche Internetgeschwindigkeit brauchen Sie?

Hauptsache, schnell? Nicht ganz, denn die Wahl der passenden Internetgeschwindigkeit sollte in erster Linie von Ihrem Surfverhalten abhängen. Denn die meist langsameren Tarife sind weitaus günstiger als die rasend schnellen Zugänge.

6 – 16 Mbit/s: Sie nutzen Ihr Internet eher sporadisch? Rufen ab und an Ihre E-Mails ab, hören Musik über Streamingdienste wie Spotify und Co. oder surfen ein bisschen online? Dann reichen die niedrigen Bandbreiten aus, und Sie sind mit einer einfachen DSL-Verbindung bereits gut versorgt.

25 – 100 Mbit/s: Wenn Sie gern Filme online schauen, oder Online-Games spielen, sollten Sie in eine schnellere Internetverbindung investieren. Sie werden beispielsweise bei Kabelanbietern fündig.

Über 100 Mbit/s: Arbeiten Sie von zu Hause oder nutzen mehrere Personen die Internetverbindung gleichzeitig für datenintensive Online-Aktivitäten wie Filmstreaming via Netflix und Co., so benötigen Sie besonders schnelles Internet, damit keine Störungen auftreten. Hier sollten Sie, wenn möglich, auf Glasfaser- oder Kabel-Internet zurückgreifen.

Tipp 4: Mehr Reichweite für den Router durch Antenne und Repeater

In der Regel ist der Router mit einer einfachen “omnidirektionalen Antenne” ausgestattet. Diese sendet das WLAN-Signal gleichmäßig in alle Richtungen. Ein wesentlich stärkeres Signal erhalten Sie durch eine externe Antenne. Diese kann bei vielen Routern – eine Ausnahme sind die FRITZ!Box-Modelle des Herstellers AVM – seitlich oder hinten am Schraubanschluss für die Antenne einfach nachgerüstet werden. Beim Kauf der stärkeren Antenne haben Sie die Wahl zwischen omnidirektionalen und direktionalen Modellen. Letztere schicken die Daten gezielt zum Bestimmungsort, etwa in Richtung des Rechners. Sofern Sie mehrere WLAN-Geräte im Haushalt nutzen, so ist also eine omnidirektionale Antenne empfehlenswert.

Preislich beginnen die externen Antennen bereits bei zehn Euro. Profi-Modelle kosten etwa 200 Euro. Natürlich sollten Sie auch die Tipps zur Aufstellung beachten, um Ihr WLAN mit der erhöhten Sendeleistung auch wirklich schneller zu machen.

Als weiteres Hilfsmittel, um das WLAN-Signal zu verstärken und den WLAN-Bereich zu vergrößern, können Sie einen Repeater einsetzen. Die Geräte kosten etwa 30 bis 50 Euro und erweitern die Reichweite des Signals, sodass es bis in die hinterste Ecke des Wohnraums funkt. Alternativ können Sie auch einen alten Router als Repeater einsetzen. Beide Geräte können Sie auf verschiedene Arten und Weisen ins Netzwerk einfügen - beispielsweise drahtlos oder kabelgebunden via Ethernet-Kabel. Wie Sie dabei genau vorgehen, erfahren Sie in unserem Ratgeber: WLAN-Router einrichten – die Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Tipp 5: Software auf dem neuesten Stand halten

Sorgen Sie dafür, dass Ihr WLAN-Router stets die aktuellste verfügbare Firmware nutzt, um die Geschwindigkeit zu maximieren. Bei vielen Geräten können Sie einstellen, ob sich der Router selbstständig oder mit Ihrer Hilfe aktualisiert. Läuft alles vollautomatisch, dürfen Sie sich beruhigt zurücklehnen. Bei einer manuellen Installation erscheint auf der Bedienoberfläche des Routers ein Hinweis auf die neue Software und Sie entscheiden, ob Sie die Installation erlauben. Die komplett manuelle Variante ist von Gerät zu Gerät und je nach Software unterschiedlich und für Einsteiger nicht zu empfehlen. Zudem müssten Sie regelmäßig die Benutzeroberfläche Ihres Routers aufrufen, um zu schauen, ob eine neue Software-Version vorliegt. Lassen Sie deshalb lieber die Automatik aktiviert.

Immer noch Geschwindigkeits-Probleme?

Testen Sie nach der Umsetzung einzelner Maßnahmen immer wieder Ihre Geschwindigkeit mit einem Speedtest. So können Sie direkt erkennen, ob die gewählte Maßnahme erfolgreich war.

Ihre Internetverbindung ruckelt immer noch und überträgt die Daten in Zeitlupe, obwohl Ihr WLAN-Router gut platziert ist und einen Kanal für sich allein hat? Dann reicht offenbar die vom Anbieter bereitgestellte Übertragungsgeschwindigkeit für Ihre Bedürfnisse nicht aus. Eventuell ist dann ein Upgrade bei Ihrem Anbieter die bessere Option.

 

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